Der Cape to Cape Track in West-Australien

Der Cape to Cape Track in West-Australien

Der Cape to Cape Track ist ein Küstenwanderweg, der 250 Kilometer südlich von Perth beginnt. Für uns ist die rund 135 Kilometer lange Fernwanderung vom Cape Naturaliste zum Cape Leeuwin der Auftakt einer mehr als 1.000 Kilometer langen Trekking-Reise durch West-Australien.

Bevor wir die rund 1.000 Kilometer auf Australiens längstem Wanderweg, dem Bibbulmun Track, in Angriff nehmen, steht erst einmal der Cape to Cape Track auf dem Programm. Auf dem offiziell 135 Kilometer langen Wanderweg können wir relativ zivilisationsnah noch einmal unsere Ausrüstung testen, uns in aller Ruhe „warmlaufen“ und auch noch den ein oder anderen Wein aus der Margaret River Region schlürfen.

Cape to Cape Track: Wegweiser am Deepdene Beach
Cape to Cape Track Wegweiser

Offizieller Startpunkt des Cape to Cape Track ist der Leuchtturm am Cape Naturaliste, der rund 14 Kilometer nordwestlich der kleinen Ortschaft Dunsborough steht. Von hier aus geht es an der Küste entlang und durch den Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark hindurch zum 135 Kilometer weiter im Süden gelegenen Leuchtturm am Cape Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt des australischen Festlandes.

Liste   

Information
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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Cape to Cape Track   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Wandern auf dem Cape to Cape Track

Nach unserer Anreise über Perth und Bunbury haben wir noch einen Zwischenstopp im Dunsborough Backpackers Inn eingelegt und mit je einem Pint West Coast IPA und Nitro Stout das örtliche Tap-House Occy’s Food & Brews getestet. Am nächsten Morgen hat uns der Rezeptionist unserer Unterkunft dann zum Leuchtturm am Cape Naturaliste gefahren, wo der Cape to Cape Track beginnt.

Cape to Cape Track: Eintrag ins Trail-Logbuch
Cape to Cape Track Logbuch-Eintrag

Kurz nach dem Wegbeginn kommen Wanderer zunächst an einer Holzbox vorbei, wo sie sich in das Logbuch des Cape to Cape Track eintragen können. Die ersten drei Kilometer verlaufen dann recht unspektakulär auf einem roll­stuhl­ge­rechten Weg bis zum Sugarloaf Rock, einer markanten Felsformation an der Küste.

Cape to Cape Track: Erster Stopp am Sugarleaf Rock
Erster Stopp am Sugarleaf Rock

Der Cape to Cape Track wird nun zum Pfad und durch hüfthohes Buschwerk geht es weiter zum Kabbijgup Beach, wo die erste Sandstrecke direkt am Strand folgt. Nach rund elf Kilometern kündigen die ersten Bäume bereits unser Tagesziel an, die Mount Duckworth Campsite mit Sitzgelegenheiten, Plumpsklo und Regenwassertank.

Kängurus und Kakadus am Wanderweg

Am zweiten Tag folgt mit etwa 23 Kilometern eine gut doppelt so lange Wanderstrecke. Nach knapp einer Stunde auf dem Cape to Cape Track gönnen wir uns im Surfer-Eldorado Yallingup noch einen Kaffee, um uns für die nächste, gut 1,5 Kilometer lange Sandstrecke am Smiths Beach zu stärken. Dick bepackte Wanderer sorgen hier durchaus für mehr Aufsehen als gute Surfer und so treibt uns der Beifall der Beach-Gesellschaft schnell weiter zu den Canal Rocks, wo wir an einer Quelle noch einmal Wasser aufnehmen.

Cape to Cape Track: In der Nähe von Yalingup
Cape to Cape Track nahe Yalingup

Gegen Ende der Tagesetappe zur wunderschön gelegenen Moses Rock Campsite sehen wir dann auch endlich unser erstes Känguru und eine ganze Horde schwarzer Kakadus (Carnaby’s Cockatoo).

Cape to Cape Track: Schwarze Kakadus (Carnaby's Cockatoo)
Schwarze Kakadus (Carnaby’s Cockatoo)

Am Folgetag steht eine 19 Kilometer lange Wanderung bis zur Ellensbrook Campsite an. Am Wilyabrup Beach surfen die blond gelockten Beach Boys mit Delphinen um die Wette. Ganz ungefährlich scheint der Spaß allerdings nicht zu sein, denn mehrfach begegnen wir heute Gedenksteinen für Surfer, die Hai-Attacken zum Opfer fielen.

Rund um Gracetown wird die Beschilderung des Cape to Cape Track etwas vage. Zunächst versteigen wir uns etwas in den Klippen vor der Jetty und später müssen wir doch ein wenig suchen, bis wir endlich den Wiedereinstieg in den Wanderweg finden. Doch für die Mühen belohnen wir uns im General Store mit einem Bohnen-Wrap und Bier.

Cape to Cape Track: Klippen kurz vor Gracetown
Klippen kurz vor Gracetown

Kurz vor dem Tagesziel gelangen wir zum Ellensbrook House. Das alte Gehöft aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gehört zu den ältesten Siedlungen entlang der Küste. Wir wandern noch ein wenig weiter, vorbei an den müde daher plätschernden Meekadarabee Falls, bis zur Ellensbrook Campsite im nahegelegenen Eukalyptus-Wald.

Duschen, waschen, weiterlaufen

Tag vier ist für uns ein „Nero“ (Nearly Zero), denn heute sind es nur gut elf Kilometer bis zum Prevelly Caravan Park, wo wir mal wieder Duschen und Waschen können. Das Margaret River Mouth, also die Mündung des Magaret River ins Meer, war für uns auch kein Hindernis. Im australischen Herbst führt der Fluss dermaßen wenig Wasser, dass sich an der Mündung eine breite Sandbank bildet, die sich trockenen Fußes queren lässt.

Cape to Cape Track: Kurz hinter Prevelly
Kurz hinter Prevelly

Das Wetter hat am nächsten Morgen ein wenig gewechselt. Es ist bewölkt und bereits beim Zeltabbau fallen ein paar Regentropfen. Nach einem Kaffee im gut sortierten Shop des Caravan Parks geht es zunächst aber noch im Trockenen auf einer recht breiten Wanderautobahn aus Prevelly heraus. Im Sand der 4WD-Piste entdecken wir dann noch andere Mitwanderer: mehrere kleine Raupen (Prozessionsspinner) haben eine Art Zug mit 15 Waggons gebildet und schlängeln sich über den Weg. Ist das eine Art Mimikry?

Cape to Cape Track: Prozessionsspinner - Raupen-Zug mit 15 Waggons
Prozessionsspinner – Raupen-Zug mit 15 Waggons

Irgendwann erwischt uns der Regen aber doch noch und so laufen wir schließlich mit Regenrock und Schirm bewaffnet durch Buschwerk steil hinab zur Frank Mouritz Bridge, einer kleinen Fußgängerbrücke über den idyllischen Boodjidup Creek. Der Cape to Cape Track folgt dem Flusslauf nun bis an die Küste, wo ein längeres Strandstück folgt. Später führt der Weg wieder hoch über dem Meer an der versiegten Bobs Hollow Spring vorbei und am Conto Campground begrüßen uns schließlich drei Ringsittiche (Australian Ringneck).

Cape to Cape Track: Australian Ringneck am Contos Campground
Australian Ringneck am Contos Campground

Auf dem Conto Campground wollen wir zwei Nächte verbringen und am Folgetag die nahe gelegenen Tropfsteinhöhlen besichtigen. Ein rund zwei Kilometer langer Wanderweg führt uns dabei zunächst zur Lake Cave, in der sich ein kleiner See verbirgt. Statt an der durchaus gut befahrenen Straße laufen wir anschließend weitere drei Kilometer entlang einer Stromleitung zur deutlich größeren Mammoth Cave, in der auch Fossilien gefunden wurden.

Cape to Cape Track: Die Lake Cave
Die Lake Cave

Unsere erste Schlange auf dem Wanderweg

Am nächsten Tag geht es sehr früh aus den Federn, da der Hamelin Bay Holiday Park angesichts der Osterfeiertage eventuell voll belegt ist. Zunächst führt uns der Cape to Cape Track auf guten Forstwegen, weit abseits der Küste durch Marri- und Karri-Wälder. Kurz bevor der Weg wieder zur Küste hinunter abzweigt sehen wir unsere erste Schlange. Mitten auf dem Weg liegt eine rund 1,20 Meter lange Diamantpython (Carpet Python / Morelia spilota spilota) – nicht giftig und einfach wunderschön.

Cape to Cape Track: Diamantpython (Carpet Python)
Diamantpython (Carpet Python)

Nach rund 14 Kilometern des Wegs gelangen wir wieder an die Küste. Unser Tagesziel ist in der Ferne bereits sichtbar, allerdings haben wir bis dahin noch knapp sieben Kilometer Sandstrand vor uns.

Am Hamelin Bay Holiday Park angekommen, haben wir dann ein wenig Glück. Der Platz ist über Ostern wirklich komplett ausgebucht, aber hinter der Rezeption haben die Betreiber anscheinend speziell für Wanderer noch ein kleines Areal freigehalten. Wir müssen also nicht weiter und können stattdessen mal wieder Waschen und Duschen.

Cape to Cape Track: Hamelin Bay & Hamelin Island
Hamelin Bay & Hamelin Island

Am nächsten Morgen spielen vor der Hamelin Bay Jetty Delphine. Der Himmel ist heute recht bedeckt, aber zumindest bleibt es trocken. Nach einer kurzen Strecke am Strand entlang, führt uns der Cape to Cape Track ein wenig von der Küste weg, hinauf zum Foul Bay Lighthouse, einem kleinen Leuchtturm. Südlich von Cosy Corner gelangen wir dann an einen recht felsigen Küstenabschnitt mit zahlreichen Felsspalten und Blowholes.

Cape to Cape Track: Blowholes bei Cosy Corner
Blowholes bei Cosy Corner

Wandern am ewig langen Sandstrand

Hinter dem Cape Hamelin beginnt schließlich der rund zehn Kilometer lange Deepdene Beach. Heute müssen wir davon aber nur gut einen Kilometer laufen, denn dann zweigt ein Weg zur rund 300 Meter vom Strand entfernten Deepdene Campsite ab, wo wir noch einmal übernachten wollen.

Cape to Cape Track: Morgenstimmung am Deepdene Beach
Morgenstimmung am Deepdene Beach

Am letzten Tag unserer Wanderung auf dem Cape to Cape Track trainieren wir weiter unsere Waden und stapfen zunächst mehrere Kilometer durch den Sand des Deepdene Beach. Schließlich folgt mit dem Granite Headland noch einmal ein felsiger von tiefen Spalten durchfurchter Küstenabschnitt, bevor der Weg wieder etwas landeinwärts und rund hundert Höhenmeter hinauf führt. Von hier aus geht es nun durch Buschwerk hinab zum südlichen Terminus des Cape to Cape Track am Cape Leeuwin.

Cape to Cape Track: Wadentraining am Deepdene Beach
Wadentraining am Deepdene Beach

Am Leuchtturm und im Café vor Ort ist heute, am Ostersonntag, wirklich die Hölle los. Wir warten zusammen mit unserer Wanderbekanntschaft Jacky gut zwanzig Minuten, bis wir endlich mit einem Kaffee auf den Abschluss unserer Wanderung anstoßen können. Anschließend nehmen uns Jacky und ihr Lebensgefährte mit nach Augusta, wo wir uns für eine Nacht im Augusta Hotel Motel einquartieren. Von hier aus geht es für uns am nächsten Tag mit dem TransWA-Bus nach Albany zum südlichen Terminus des Bibbulmun Track, Australiens längstem Wanderweg.

Cape to Cape Track: Das Cape Leeuwin und sein Lighthouse
Das Cape Leeuwin und sein Lighthouse

Anreise zum Cape to Cape Track

Für eine Wanderung auf dem Cape to Cape Track fliegt man von Deutschland aus am besten nach Perth (PER). Nonstop-Flüge sind auf dieser Fluglinie nicht verfügbar, ein Zwischenstopp wird meist an den großen internationalen Flughäfen in Südostasien oder auf der arabischen Halbinsel eingelegt. Die reine Flugzeit von Deutschland bis Perth beträgt dabei rund 17 Stunden.

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Von Perth aus gelangen Cape-to-Cape-Wanderer mit den Busgesellschaften TransWa und Southwest Coach Lines in rund vier Stunden über Bunbury (Australind Zug) nach Dunsborough (Busline SW1). Ab Dunsborough fährt man dann mit einem Taxi zum Leuchtturm am Cape Naturaliste oder wandert rund 15 Kilometer entlang der Küste auf dem Meelup Trail zum Kap. Vom Ende des Wanderwegs sind es schließlich nur rund sieben Kilometer bis Augusta, wo man wieder Anschluss an das TransWa-Liniennetz hat.

Buchtipp

The Cape to Cape Track GuidebookThe Cape to Cape Track Guidebook

von Jane Scott und Ray Forma
(ISBN 978-0-9924851-5-3)

Von Cape to Cape Publishing sind ein 112 Seiten starker Wanderführer und diverse Bücher zur Flora und Fauna des Cape to Cape Track verfügbar. Das reichlich bebilderte Guidebook ist im Mai 2017 in der siebten Auflage erschienen und bietet neben 22 ganzseitigen Wanderkarten im Maßstab 1:25 000 und einer ausführlichen Beschreibung des Cape to Cape Track auch Infos zum Meelup Trail sowie zum Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark. Wir haben uns erst kurzfristig für den Cape to Cape Track entschieden und auf das Guidebook verzichtet. Stattdessen haben wir unsere Wanderung anhand der Daten auf der Friends of the Cape to Cape Track Website geplant.

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