Frankenalb Panoramaweg: Blick vom Hohlen Fels auf den Happurger Stausee

Frankenalb Panoramaweg – Wandern im Nürnberger Land

Drei Tage Wandern auf dem Frankenalb Panoramaweg – das war für uns corona-bedingt nicht wie geplant möglich. Zu Pfingsten war es dann endlich so weit! Und es hat sich gelohnt: Die Tour durch das Nürnberger Land ist ein Top-Tipp für verlängerte Wochenenden.

Anreise per Bahn mit Corona-Mundschutz
Anreise per Bahn mit Corona-Mundschutz

Der Frankenalb Panoramaweg stand schon länger auf unserer To-Do-Liste. Während unserer Wanderung auf dem Fränkischen Gebirgsweg entdeckten wir diese früher Ulrich-von-Königstein-Weg genannte Tour in einer Wanderbroschüre: drei Tage Wandern in Franken, schnelle Anreise per Bahn und naturbelassene Wege – klingt nicht übel!

Letztlich mussten wir auf unsere Wanderung am Frankenalb Panoramaweg aber doch länger warten als geplant. Eigentlich wollten wir diese Tour bereits an einem der verlängerten Mai-Wochenenden machen. Doch aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus blieben touristische Übernachtungen in Bayern bis Pfingsten verboten.

Frankenalb Panoramaweg: Blindschleiche auf dem Paul-Pfinzing-Weg
Frankenalb Panoramaweg: Blindschleiche auf dem Paul-Pfinzing-Weg

Pfingstsamstag ist es dann endlich so weit: Mit Mundschutz bewaffnet besteigen wir früh morgens den ICE nach Nürnberg und wechseln dort in die S-Bahn-Linie S1. Nach exakt zwei Stunden erreichen wir Hartmannshof, den Startpunkt unserer leicht modifizierten Wanderung durch die Mittlere Frankenalb (auch Oberpfälzer Jura genannt).

Frankenalb Panoramaweg

Frankenalb Panoramaweg - Wegmarkierung

Der als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnete Frankenalb Panoramaweg (ehemals Ulrich-von-Königstein-Weg) ist gut 50 Kilometer lang und ideal für ein verlängertes Wanderwochenende im Nürnberger Land. Das Etappenkonzept des Lassowegs sieht einen Start in Happurg vor und führt den Wanderer zunächst über Kainsbach und Egensbach zurück zum Start. Im Anschluss an diese Rundwanderung folgt eine weitere Tageswanderung zur Burgruine Lichtenegg. Markiert ist der Weg mit einem senkrechten roten Balken auf gelben Grund.

Für unsere Tour haben wir die Etappeneinteilung umgedreht und erweitert, um ab Nürnberg bequem mit der S-Bahn anreisen zu können. Dabei wählten wir nach dem Start in Hartmannshof den Paul-Pfinzing-Weg für den Aufstieg zur Burgruine. Die erste Etappe führte uns nach Happurg, dann ging es weiter nach Egensbach und am dritten Tag sind wir ab der Kapellenruine „Zum heiligen Baum“ auf dem Jura-Gebirgs-Weg zum S-Bahn-Haltepunkt Pommelsbrunn abgestiegen.

Frankenalb Panoramaweg: Von Hartmannshof nach Happurg

Frankenalb Panoramaweg: Aufstieg zur Burgruine Lichtenegg auf dem Paul-Pfinzing-Weg
Aufstieg zur Burgruine Lichtenegg

Das Vorgeschichtsmuseum Urzeitbahnhof am S-Bahn-Haltepunkt Hartmannshof hat noch nicht geöffnet, und so geht es auch gleich los. Wie in der Wanderbroschüre vorgeschlagen, folgen wir zunächst dem Erzweg (Markierung: Rotkreuz auf weißen Grund) durch das Högenbach-Tal.

Hinter dem kleinen Örtchen Haunritz wechseln wir dann spontan auf den Paul-Pfinzing-Weg, der uns hier zwar um einiges steiler aber auch deutlich naturnaher erscheint. Eine gute Wahl: Wir kommen zwar nicht so nah an der Felsnadel „Alter Fritz“ vorbei, entdecken dafür aber schon auf den ersten Metern eine kleine Blindschleiche, die sich in der Morgensonne wärmt.

Am Palas der Burgruine Lichtenegg
Frankenalb Panoramaweg: Am Palas der Burgruine Lichtenegg

Nach gut einer Stunde erreichen wir die Burgruine Lichtenegg. Die Aussicht vom Burgberg der vermutlich hochmittelalterlichen Adelsburg reicht vom Oberpfälzer Jura bis zum Fichtelgebirge. Der Alte Schloss-Wirt unterhalb der Anlage ist zwar corona-bedingt geschlossen, hat Wanderern auf der überdachten Terrasse aber immerhin Getränke bereitgestellt.

Unterhalb der Gaststätte stoßen wir dann auf den Beginn des Frankenalb Panoramawegs. Dieser führt uns auf den folgenden vier Kilometern über weiche Waldwege nach Waizenfeld. Hier lassen sich die Trinkflaschen noch einmal am Dorfbrunnen füllen, bevor man Mittelburg passiert und sich an den Aufstieg zum Hochberg macht.

Frankenalb Panoramaweg: Waldweg bei Waizenfeld
Frankenalb Panoramaweg: Waldweg bei Waizenfeld

Nach der Felsgruppe „Steinerne Brücke“ zweigt an einer Wiese linker Hand der „1000-Höhenmeter-Rundwanderweg“ zum Hochberg (619 m ü. NHN) ab. Den kleinen Abstecher zum zweithöchsten Gipfel im östlichen Mittelfranken, der zusätzlich als Archäologischer Rundweg ausgeschildert ist, sollte man auf jeden Fall einplanen.

Auf rund 1,5 Kilometern führt uns dieser Rundweg durch schöne Felsformationen zur Akropolis der Kelten (600 bis 400 v. Chr.). Diverse Infotafeln verraten uns dabei, dass dieses Gebiet schon viel früher besiedelt war: im Süddeutschen Raum zählt der Hochberg nämlich auch zu den wichtigsten Höhensiedlungen der Schnurkeramischen Kultur (etwa 2800 v. Chr.).

Frankenalb Panoramaweg: Blick zurück auf den Hochberg
Frankenalb Panoramaweg: Blick zurück auf den Hochberg

Über den Hochberg-Rundweg führt uns der Archäologische Rundweg schließlich wieder zurück zum Frankenalb Panoramaweg. An der Wiese entlang geht es nun zu einem bizarren Felsenlabyrinth am Fuße des Berges Dom (613 m ü. NHN).

An der Felsgruppe „Johannesburg“, die mit ihren markanten Türmen an eine verwunschene Burg erinnert, lädt des Wanderers Nachtlied von Johann Wolfgang von Goethes uns noch einmal zum Innehalten und Nachdenken ein, und dann geht es auch schon weiter.

Der Frankenalb Panoramaweg führt uns nun rund 350 Meter geradeaus zu einer Wegkreuzung hinab, wo er halbrechts abzweigt. Hier steht für uns ein weiterer Abstecher auf dem Programm, denn auf der Karte haben wir noch einen schönen Aussichtspunkt entdeckt.

„Lieblingsort“ Teufelskanzel
„Lieblingsort“ Teufelskanzel

Wir zweigen also in östlicher Richtung ab und suchen rund 500 Meter weiter – mit Smartphone und GPS – den kleinen Wiesenpfad zur gut versteckten Teufelskanzel. Die Aussicht ist klasse, die Stimmung traumhaft und irgendjemand hat hier sogar zwei kleine Stühlchen hingestellt und die Felskanzel über dem Förrenbach-Tal zu seinem „Lieblingsort“ erklärt.

Tipp: Wer ausreichend Zeit und Kondition mitbringt, kann unweit der Teufelskanzel auf rund 75 Höhenmetern noch zur Staatsstraße St2236 absteigen. Wenige Meter weiter liegt die Steinerne Rinne bei Thalheim, die auf einer Länge von 15 Meter bis zu 60 Zentimeter hoch ist.

Die Aussicht von der versteckt gelegenen Teufelskanzel
Frankenalb Panoramaweg: Die Aussicht von der versteckt gelegenen Teufelskanzel

Nach einer kurzen Rast wandern wir zurück zum Frankenalb Panoramaweg. Auf den folgenden drei Kilometern durch den Wald begegnen uns immer mehr Trailrunner, die heute die durchaus kräftezehrenden 25 Kilometer des 1000-Höhenmeter-Rundwanderwegs in Angriff genommen haben.

Schließlich häufen sich auch die Tageswanderer und es kündigt sich der Hohle Fels an, eine Karsthöhle mit Naturbrücke und benachbarter Felswand unterhalb der Houbirg. Hier scheint sich halb Franken zu treffen: Zum Klettern, für ein Picknick oder einfach, um die fantastische Aussicht auf den Happurger Stausee (Titelbild) und das untere Pegnitztal zu genießen.

Frankenalb Panoramaweg: Die Karsthöhle Hohler Fels bei Happurg
Frankenalb Panoramaweg: Die Karsthöhle Hohler Fels bei Happurg

Auf dem letzten Abschnitt unserer Etappe wandern wir auf dem Frankenalb Panoramaweg gut einen Kilometer an den Überresten eines spätkeltischen Ringwalls vorbei bis zu einer Quelle, wo wir nochmals kurz „Auftanken“.

Dann starten wir auf dem GeO-Rundweg einen letzten Abstecher und laufen am Burgstall Hacburg vorbei zur sogenannten Hunnenschlucht, die mit ihren imposanten Sandsteinwänden in einem tiefen Kessel liegt.

der „Eingang H“ des Doggerstollen erinnert wenige Meter weiter an das zweitgrößte Außenlager des KZ Flossenbürg, das Konzentrationslager Hersbruck. Dessen Zwangsarbeiter sollten hier ab 1944 eine 120.000 Quadratmeter große, unterirdische Fabrik für kriegswichtige Flugzeugmotoren bauen.

In nur acht Monaten verloren dabei rund 3.500 Häftlinge ihr Leben. Nach der Lagerräumung im April 1945 kamen auf dem Todesmarsch nach Dachau noch einmal rund 500 Menschen zu Tode. Weitere Details zum Vernichtungscharakter der Zwangsarbeit am Doggerwerk dokumentiert gut 200 Meter weiter die KZ-Gedenkstätte am Ortsrand von Happurg.

Liste   

Information
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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Frankenalb Panoramaweg   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Von der Gedenkstätte gelangen wir schließlich über den Happurger Höhenweg zu unserer Unterkunft im Gästehaus Café Ruff. Und nach einer heißen Dusche geht es abends noch einmal nach Happurg hinunter zum Abendessen im gemütlichen Biergarten der Glücksmühle – ein Auftakt nach Maß!

Frankenalb Panoramaweg: Von Happurg nach Egensbach

Frankenalb Panoramaweg: Baumpilz am Wegesrand
Baumpilz am Wegesrand

Am zweiten Tag steht nach dem Frühstück und der Durchquerung von Happurg der Aufstieg zum „Jungfernsprung“ auf dem Programm. Östlich vom Bauernberg (586 m ü. NHN) und Deckersberg (581 m ü. NHN) geht es über breite Waldwege, später auf schmalen Pfaden über 200 Höhenmeter zur Deckersberger Höhe hinauf.

Um den Jungfernsprung, einen Felsvorsprung mit fabelhafter Aussicht auf Kainsbach und den Happurger Stausee, rankt sich übrigens eine Sage. Auf diesen Felsen soll im 30-jährigen Krieg ein Bauernmädchen vor umherstreifende Söldnern geflüchtet sein. Aus Angst sprang sie in den Abgrund, doch ihr Kleid verfing sich in den Baumkronen und so fiel sie Ast für Ast dem weichen Waldboden entgegen.

Frankenalb Panoramaweg: Aussicht vom Jungfernsprung
Frankenalb Panoramaweg: Aussicht vom Jungfernsprung

Wir wollen die alte Sage nicht durch einen weiteren Sprung auf ihren möglichen Wahrheitsgehalt hin überprüfen und wandern stattdessen am Kamm entlang bis zu einer T-Kreuzung. Hier zweigt der Frankenalb Panoramaweg nach rechts ab. Wir laufen allerdings links den Hang hinunter zu den Kalktuffterrassen von Kainsbach.

Auf etwa vier mal vier Metern sind hier durch das Wasser einer kleinen Quelle mehrere Sinterbecken entstanden. Auch wenn sie grün und mit Moos bewachsen sind – en mi­ni­a­ture erinnern Sie uns doch ein wenig an die als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten Sinterterrassen in Pamukkale, Türkei.

Nach diesem kleinen Ausflug geht es wieder den Hang hinauf und dann zum kleinen Örtchen Deckersberg. Über die Felder kommen wir nun flotter voran, passieren alsbald das „Funkloch“ Prosberg und gelangen nach dem folgenden Abstieg durch den Wald in die Gemeinde Engelthal.

Am Osttor des Klosterdorfs erwartet uns bereits Carla Seyerlein vom Nürnberger Land Tourismus. Sie hat für uns eine Führung mit Heini Liebel vom Förderverein zur Erhaltung der Klostermauer Engelthal organisiert.

Frankenalb Panoramaweg: Das Osttor der Engelthaler Klostermauer
Frankenalb Panoramaweg: Das Osttor der Engelthaler Klostermauer

Zusammen mit Heini Liebel tauchen wir recht schnell in die Geschichte der Dominikanerinnen und des ehemaligen Kloster Engelthal ein, das bis heute durch die Schriften seiner Mystikerinnen Christina Ebner (1277 bis 1356) und Adelheid Langmann (1306 bis 1375) bekannt ist.

Der „mittelalterliche Landsknecht zu Nürnberg“ führt uns zunächst in die ehemalige Amtsknechtsstube über dem Osttor, die – obwohl überaus spartanisch ausgestattet – noch bis in die 1980er Jahre bewohnt war.

Grabstein im Engelthaler Klosterhof
Frankenalb Panoramaweg: Grabstein im Engelthaler Klosterhof

Unser Rundgang führt uns anschließend in die Kapellenruine St. Willibald aus dem 14. Jahrhundert, der ältesten Kirche in Engelthal. 1811 wurde ihre Ruine in einen Scheunenneubau integriert, doch seit 2005 ist die „Kapellenscheune“ wieder geweiht und erneut ein Ort der Besinnung.

Direkt gegenüber besuchen wir die Johannes von Krakau geweihte Klosterkirche. Hier erfahren wir mehr über die um 1200 entstandenen Bettelorden und den Reichsministerialen Ulrich II. von Königstein, der 1243 den Beginen das Dorf Swinach zur Gründung des Klosters überließ.

Nach einem Abstecher ins Kellergewölbe unter dem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters gelangen wir schließlich zum aktuellen Projekt von Heini Liebel. Südlich des Dorfs ist die Sanierung der Engelthaler Klostermauer in vollem Gange und Stück für Stück wird hier die alte Klosterumfassung vom zerstörerischen Wurzelwerk befreit.

Liebels Förderverein engagiert sich übrigens seit den 1990er Jahren für den Erhalt der einzigartigen Klostermauer. Normalerweise waren Klöster zum Schutz vor Tieren nämlich nur von Hecken oder Dornenbüschen umgeben.

Frankenalb Panoramaweg: Die Klostermauer Engelthal war einst 1.200 Meter lang
Frankenalb Panoramaweg: Die Klostermauer Engelthal war einst 1.200 Meter lang

Nach unserem Rundgang müssen wir uns etwas sputen. Durch den Rainschlag und über die Felder geht es nun in das Dörfchen Peuerling. Wir laufen am Trummertenhof vorbei bis zum Naturdenkmal Peuerlinger Eiche am Ortsende, wo uns der Frankenalb Panoramaweg zum „Peuerlinger Anger“ führt.

Bei dem parkartigen Eichenbestand handelt es sich um einen alten Hutanger der Hersbrucker Alb. Auf diesem Weideland, das zum Gemeindegut gehörte, ließen die Rinderhalter ihre Tiere grasen und eigens dafür wurde auch ein bezahlter Dorfhirte als Hüter angestellt.

Kleiner Fuchs Falter
Frankenalb Panoramaweg: Kleiner Fuchs Falter

Am Nonnenberg (579 m ü. NHN) geht es bis zum Burgstall Ödes Schloss wieder steiler bergauf. Oben angekommen wandern wir im ständigen Auf und Ab, machen linker Hand einen Abstecher zur Waldschlucht am „Teufelskeller“, und erreichen schließlich die Steinerne Rinne am Buchenberg.

Ein Holzsteg führt durch das kleine Geotop, doch die Kalktuffablagerungen sind nicht mehr all zu beeindruckend. Die ursprüngliche Rinne ist trocken gefallen, da sie mehrfach durch Vandalismus beschädigt wurde. Eine schwachsinnige Zerstörungswut, der wir auch schon im Altmühltal begegnet sind.

Frankenalb Panoramaweg: Waldwege am Buchenberg
Frankenalb Panoramaweg: Waldwege am Buchenberg

Nach steilem Abstieg gelangen wir dann an den eine T-Kreuzung am Waldrand. Ab hier sollen wir laut Wanderbroschüre und offiziellem GPX-Track über Schrotsdorf laufen, doch die Wegmarkierung will uns wieder den Hang hinauf führen, wo es laut OpenStreetMap gar keinen Weg Richtung Egensbach gibt.

Wir entscheiden uns für den (asphaltierten) Weg über Schrotsdorf und durch die Streuobstwiesen. Nach 1,5 Kilometern finden wir am Waldrand wieder die Wegmarkierungen des Frankenalb Panoramawegs. Und eine Infotafel, die uns über die geänderte Wegführung informiert. Tipp: Im GPX-Track des Fränkischen Albvereins ist die neue Wegführung bereits berücksichtigt!

Schaf auf den Streuobstwiesen bei Schrotsdorf
Frankenalb Panoramaweg: Schaf auf den Streuobstwiesen bei Schrotsdorf

Egal wie man nun läuft: Nach Egensbach kommt man auf jeden Fall. Und wer – so wie wir – in Egensbach seine Wanderetappe beenden und übernachten will, der kommt auch ins Landgasthaus „Zum Stillen Bächlein“. Hier lassen wir den Tag mit einem schönen Bierchen und Heimat aufm Teller (Reh aus dem Egensbacher Wald) ausklingen.

Frankenalb Panoramaweg: Von Egensbach nach Pommelsbrunn

Morgenstimmung bei Birkensee
Morgenstimmung bei Birkensee

Nach einem ausgiebigem Frühstück geht es auch am Morgen des dritten Wandertags zunächst bergauf. Dieses mal gilt es, mit vollem Bauch den Keilberg (547 m ü. NHN) zu erklimmen. Dabei führt uns der Frankenalb Panoramaweg zunächst zur Einöde Birkensee, wo wir noch einmal die Aussicht Richtung Engelthal genießen.

Es geht weiter bergauf und plötzlich durchdringt ein herzzerreißender Schrei die Stille. Ein junges Reh, das wenige Meter neben dem Weg noch vor sich hindöste, hat uns wohl zu spät bemerkt. Nach ein paar wilden Sprüngen ins Gebüsch scheint die erste Angst aber schon besiegt, auch wenn es uns noch ein wenig erschrocken hinterher schaut.

Frankenalb Panoramaweg: Aufstieg zum Keilberg (547 m ü. NHN)
Frankenalb Panoramaweg: Aufstieg zum Keilberg (547 m ü. NHN)

Nach rund 150 Höhenmetern durch den Wald erreichen wir das Spornplateau des Keilbergs. Hier lassen Felsen und die Überreste einer Graben-Wall-Anlage eine früh- bis hochmittelalterliche Turmburg erahnen.

Deutlich besser erhalten ist die Kapellenruine St. Ottmar und St. Ottilien, die hier im 15. Jahrhundert als Dank für das Überleben der Pest errichtet wurde. Am Kapellenturm, der nach dem 2. Markgräflichen Krieg als Wachturm diente, wird am Kilianstag auch heute noch die Keilberg-Kirchweih gefeiert.

Frankenalb Panoramaweg: Die St. Ottmar- und Ottilienkapelle am Keilberg
Frankenalb Panoramaweg: Die St. Ottmar- und Ottilienkapelle am Keilberg

Nach dem Aufstieg folgt der Abstieg und so geht es nun an einem Funkmast vorbei hinab zur Kneippanlage von Kucha. Hinter dem Ort führt uns der Frankenwald Panoramaweg dann zur stattlichen Friedenseiche 1816.

An der „Hausleiten“ entlang geht es weiter nach Oberndorf und wenig später laufen wir durch einen herrlichen Buchenwald mit bizarre Sandsteingebilden. Nördlich davon schließt sich ein Fichtenforst an, durch den wir schließlich zur Hinterhaslacher Heide hoch über dem Rempfental gelangen.

Hinter dem kleinen Weiler Hinterhaslach wandern wir mit Blick auf die „Geißleiten“ hinab ins Tal des Kainsbach (Happurger Bach). Grün, still und einsam geht es nun am Bach entlang weiter gen Norden bis wir an einigen Forellenteichen wieder in offeneres Gelände kommen.

Wir erreichen Mosenhof, wo es unter der Woche „Mosenhofer Holzofenbrot“ und geräucherte Forellen gibt, und wandern dann durch Streuobstwiesen – und mit Blick auf den Jugfernsprung – ins Kirchendorf Kainsbach.

Frankenalb Panoramaweg: Durchs stille Kainsbach-Tal
Frankenalb Panoramaweg: Durchs stille Kainsbach-Tal

In Kainsbach zweigen wir noch einmal von Frankenalb Panoramaweg ab, um im Garten der Kainsbacher Mühle einzukehren. Corona-konform gelangen wir auf Einbahnwegen in den netten Garten des Hotels und nach einem Radler geht es dann wieder weiter.

Der Aufstieg zur Burg Reicheneck beeindruckt uns dann mehr als die spärlichen Reste der Spornburg (Privatbesitz). Aber: Die Adelsburg war einst der Sitz von Ulrich von Königstein, der bis 2014 Namenspate des Frankenalb Panoramawegs war und die Gründung des Kloster Engelthal ermöglichte.

Frankenalb Panoramaweg: Aufstieg zur Burg Reicheneck
Frankenalb Panoramaweg: Aufstieg zur Burg Reicheneck

Auf einem Waldpfad geht es hinter der Burg mit mehreren schönen Blicken auf den „Wachfelsen“ hinab nach Förrenbach, wo wir noch eine Stippvisite in der evangelischen Pfarrkirche St. Johannes („Ludwigskirche“) machen. Auf der anderen Seite des Ortes steht dann der letzte Aufstieg unserer Wanderung an.

Auf einem schmalem Pfad geht es noch einmal steil und dank der Sonne auch schweißtreibend bergauf, bis zu einem Wegekreuz, an dem wir auf der ersten Etappe unserer Wanderung bereits vorbeigekommen sind. Von hier aus führt uns der Frankenalb Panoramaweg dann wieder gemächlicher bergab zur Kapellenruine „Zum heiligen Baum“.

Frankenalb Panoramaweg: Seitenportal der Kapellenruine
Frankenalb Panoramaweg: Seitenportal der Kapellenruine

Von dem spätgotischen Bau – der 1508 erstmals urkundlich erwähnt wurde – sind nur noch die bis zu fünf Meter hohen Umfassungsmauern, ein Portal und ein spitzbogiges Fenster übrig. Doch die romantisch gelegene Ruine ist überaus stimmungsvoll und wird auch gerne als Picknick-Platz genutzt.

Nach einer kurzen Rast wandern wir nach Arzlohe hinab, doch der kleine Gasthof „Zur Waldesruh“ hat leider schon geschlossen. Also geht es auf dem Jura-Gebirgs-Weg direkt weiter nach Pommelsbrunn. Hier kehren wir noch einmal im Gasthaus Vogel ein und trinken noch ein Bierchen bis wir – kurz nach 18 Uhr – mit dem Bayern-Ticket Nacht wieder nach Hause fahren.

Verschnaufen am Deckersberg
Frankenalb Panoramaweg: Verschnaufen am Deckersberg

Fazit

Ja, der Frankenalb Panoramaweg hat uns wirklich gut gefallen. Das lag nicht nur an der „corona-bedingten Abstinenz“ (echte Entzugserscheinungen!), sondern auch an der sehr naturnahen Wegführung, die uns insbesondere auf der ersten Etappe von einem Highlight zum nächsten geführt hat.

Für Wanderer aus dem Großraum München-Nürnberg ist der Weg aus unserer Sicht ein schnell erreichtes Top-Ziel für ein verlängertes Wochenende. Etappe 1 ist zudem auch bestens als Tageswanderung geeignet.

Linktipp

Werbung & Transparenz: Ich danke dem Nürnberger Land Tourismus, der unsere Wanderung mit der Übernahme von Anreise, Übernachtungen und Verpflegung unterstützt hat. Meine Meinung und Berichterstattung bleiben davon unbeeinflusst! Weitere Infos …

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