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Seeoo & Black Sun – Leichte Lesebrillen für Wanderer

Spätestens ab 50 gehört eine Lesebrille ins Wandergepäck. HappyHiker hat drei bügellose Zwicker von Black Sun und Seeoo getestet, die überaus leicht sind und sich beim Lesen der Wanderkarte auch mit einer Sonnen- oder Gletscherbrillen kombinieren lassen.

Ja, man wird älter und wer die „40“ überschritten hat, der merkt das auch beim Wandern. Die Puste geht uns zwar noch lange nicht aus, aber wenn wir auf die Wanderkarte schauen oder ein schönes Foto machen wollen, dann werden die Arme länger und länger.

Podreader: Bei dieser Lesebrille lassen sich die Bügel als Etui nutzen

Podreader: Bei dieser Lesebrille lassen sich die Bügel als Etui nutzen

Alterssichtigkeit oder Presbyopie nennt sich das und dabei rückt der Bereich, in dem wir beim Lesen scharf sehen, in immer weitere Ferne. Mit Zwanzig sehen die meisten Menschen selbst in zehn Zentimeter Entfernung noch scharf. 50-Jährigen gelingt das erst bei einem Abstand von 50 Zentimeter und mit 65 funktioniert das Lesen nur noch auf zwei Metern Entfernung.

Wer in der Ferne noch gut sieht und auf eine Gleitsichtbrille verzichten kann, der braucht also spätestens ab 50 eine Lesebrille. Und die sollte beim Wandern und anderen Outdoor-Aktivitäten natürlich stabil, schön kompakt und so leicht wie möglich sein. Ich hatte in den vergangenen Jahren immer einen Podreader dabei. Bei dieser faltbaren Lesebrille lassen sich die Bügel schützend über die Gläser legen, was ein zusätzliches Etui überflüssig macht. Gewicht: rund 16 Gramm.

Der gute alte Zwicker

Zwicker-Lesebrille: Ganz wie Dagobert Duck

Zwicker-Lesebrille: Ganz wie Dagobert Duck

Angesichts fortschreitender Alterssichtigkeit musste ich mich nun aber nach einer neuen Lesebrille umschauen und bin dabei dank eines Berichts in Anjas Blog Dasfliegendeklassenzimmer.org auf den Zwicker gekommen. Der Zwicker, auch Kneifer genannt, ist eine Lesebrille ohne Bügel. Dank des biegsamen und federnden Stegs zwischen den Gläsern lässt sie sich einfach auf die Nase klemmen. Zugegeben, mit aufgesetztem Nasenfahrrad sieht man dann durchaus aus wie Dagobert Duck, doch die bügellose Brille hat gerade beim Wandern einige Vorteile.

Nicht nur, dass derartige Brillen überaus klein sind und gerade mal um die fünf Gramm wiegen, sie lassen sich auch optimal mit einer Sportbrille kombinieren. Wer im Winter beispielsweise schon die Sonnen- oder Gletscherbrille durch die entsprechenden Löcher der Mütze gefummelt und aufgesetzt hat, der kann diese einfach anlassen und den Zwicker zusätzlich auf die Nasenspitze setzen. Zudem gibt es wenige Millimeter dünne Hüllen für diese Lesebrillen, die sich beispielsweise auf der Rückseite des Smartphones befestigen lassen, damit man auch stets weiß, wo das gute Stück zu finden ist.

Zwicker: Die bügellose Brille trägt man etwas tiefer als eine normale Lesebrille (Bild: Seeoo)

Zwicker: Die bügellose Brille trägt man etwas tiefer als eine normale Lesebrille (Bild: Seeoo)

Im Folgenden stelle ich Euch drei Zwicker-Modelle sowie deren Vor- und Nachteile genauer vor. Die Brillen sind in den Shops von Black Sun und Seeoo verfügbar, die mir freundlicherweise entsprechende Testmuster zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst!

Black Sun TOR Lesebrille

Die Black Sun TOR (Thin Optics Reader) stammt vom Hersteller Thin Optics und ist mit gerade einmal zwei Millimetern die dünnste Lesebrille im Vergleich. Der weniger als vier Gramm leichte Zwicker mit Sehstärken von 1,5 bis 2,5 Dioptrien wird in einem robusten Plastiketui (14 Gramm) geliefert, das rund zehn Millimeter länger und fünf Millimeter schmaler ist als eine Scheckkarte. Auf der Rückseite des Etuis ist bereits ein Klebestreifen angebracht, mit dem sich das Brillenetui beispielsweise auf der Rückseite eines Smartphones befestigen lässt.

Zwicker-Lesebrille: Black Sun TOR

Zwicker-Lesebrille: Black Sun TOR

Die nicht entspiegelten Gläser der Black Sun TOR sind aus Polycarbonat in optischer Qualität und kaum gewölbt. Der Steg ist hingegen aus der Nickel-Titan-Legierung Nitinol (10 x flexibler als Federstahl) gefertigt und macht einen überaus robusten Eindruck. Die angerauten Stegplättchen, die auf der Nase aufliegen, sind allerdings nur am unteren Ende leicht gepolstert und zwicken etwas mehr als bei den anderen Modellen.

Vorteile: Überaus robust, sehr leicht, günstigste Brille im Vergleich

Nachteile: Nicht entspiegelt, keine individuellen Sehstärken

Seeoo Light Lesebrille

Als einziges Modell im Vergleich wird die Seeoo Light in einem leichten Leder-Softcase geliefert, das im harten Outdoor-Einsatz natürlich ein wenig druckempfindlicher ist. Die Gläser der bügellosen und randlosen Lesebrille sind mit einem farbigen Nylonfaden am Steg befestigt. Der Steg aus medizinischem Stahl wirkt nicht ganz so flexibel wie bei der Black Sun TOR, ist aber für etwas mehr Tragekomfort mit Silikonpads gepolstert.

Zwicker-Lesebrille: Seeoo Light

Zwicker-Lesebrille: Seeoo Light

Die entspiegelten Gläser lassen sich bei Bedarf durch Gläser individueller Sehstärken ersetzen (bis ca. +5 Dioptrien).  Im Vergleich zur Black Sun TOR sind die Gläser schmaler, aber auch ein wenig höher, was zu einem größeren und angenehmeren Sichtfeld führt. Zudem erscheinen die Polycarbonat-Gläser der beiden Seeoo-Modelle ein wenig klarer. Praktisch im Alltag: Für Besitzer der Apple iPhone-Modelle 5, 6, 6 Plus, 7 und 7 Plus hat der Hersteller auch ein Smartphone-Case mit integrierter Seeoo-Light-Hülle im Programm.

Vorteile: Mit Etui sehr leicht, entspiegelt, großes Sehfeld

Nachteile: Softcase aus Leder, größte Brille im Vergleich

Seeoo Classic Lesebrille

Im Alltag ist die stylische Seeoo Classic mit ihrem hochwertigen Hardcase sicher die praktischste Brille im Vergleich. Für den Transport schiebt man die Lesebrille einfach in die Transportbox und die Spannung des flexiblen Edelstahlstegs sorgt dann – ebenso wie bei der Black Sun TOR – dafür, dass der Zwicker nicht herausrutschen kann. Zudem dient der Steg als Griff, um die Lesebrille wieder zu entnehmen. Das robuste Metall-Acetat-Hardcase hat aber auch seinen Preis: Es wiegt satte 24 Gramm und damit mehr als die anderen Brillen inklusive Etui.

Zwicker-Lesebrille: Seeoo Classic

Zwicker-Lesebrille: Seeoo Classic

Die Fassung der in Österreich handgefertigten Lesebrille ist aus Acetat und für die Gläser gilt das gleiche wie bei der Seeoo Light. Gläser individueller Sehstärke lassen sich beim Classic-Modell jedoch nur bis ca. +4 Dioptrien einsetzen. Eines sollte man vor dem Kauf auf jeden Fall bedenken: Wie der Größenvergleich des folgenden Fotos zeigt, ist die Seeoo Classic, die mit Abstand kleinste Lesebrille im Vergleich. Sie hat somit auch ein deutlich geringeres Sichtfeld.

Vorteile: Überaus kompakt, entspiegelt, individuelle Sehstärken möglich

Nachteile: Kleines Sehfeld, teuerste Brille im Vergleich

Alle Daten im Überblick

Lesebrillen: Black Sun TOR, Seeoo Light & Seeoo Classic (v.l.n.r)

Lesebrillen: Black Sun TOR, Seeoo Light & Seeoo Classic (v.l.n.r)

Black Sun
TOR
Seeoo
Light
Seeoo
Classic
Verfügbare
Sehstärken
+1.5, +2.0,
+2.5
+1.5, +2.0,
+2.5, +3.0
+1.5, +2.0,
+2.5, +3.0
Gläser
entspiegelt
neinjaja
Individuelle
Gläser möglich
neinja
(bis ca. +5.0)
ja
(bis ca. +4.0)
Gewicht
(in Gramm)
3,7 g7,1 g5,5 g
Gewicht mit Etui
(in Gramm)
17,7 g15,6 g29,5 g
Abmessungen mit
Etui  (L × B × H in mm)
95 × 54 × 5102 × 43 × 778 × 38 × 7
Preis24,95 €89,00 €120,00 €
AnbieterBlack SunSeeooSeeoo

Fazit des Praxistest

Alle drei Modelle sitzen auch bei schnellen Kopfbewegungen fest auf der Nase. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man den Zwicker nicht wie eine normale Lesebrille, sondern weiter zur Nasenspitze hin, in der Mitte des Nasenrückens aufsetzt. Die im Test von Bergwelten.com beschriebenen Probleme bei schnellen Bewegungen konnten mehrere Testpersonen nicht nachvollziehen.

Lesebrille: Der Zwicker vor einer Gletscherbrille

Lesebrille: Der Zwicker vor einer Gletscherbrille

Wer lediglich eine einfache Lesehilfe für seine Wanderungen benötigt, der ist mit der günstigen und überaus robusten Black Sun TOR gut gerüstet. Wird etwas mehr Tragekomfort gewünscht, weil man abends auch mal ein E-Book lesen will, oder sind gar Gläser mit individueller Sehstärke erforderlich, dann sind die Modelle von Seeoo die bessere Wahl.

Die entspiegelten Seeoo-Zwicker haben zudem beim kombinierten Einsatz mit einer Sonnen- oder Gletscherbrille ihre Vorteile, da in diesem Fall deutlich mehr Reflexionen auftreten. Im Vergleich zum Classic-Modell bietet die mit Etui gerade einmal 15,6 Gramm schwere Seeoo light ein erheblich größeres Sehfeld, was die Eingewöhnung deutlich erleichtert.

Tipp: Wer sich aus einem Brillenputztuch einen kleinen Transportbeutel näht, der verzichtet zwar auf einen robusten Schutz der Lesebrille, senkt aber das Gesamtgewicht auf unter 10 Gramm und hat stets ein Tuch zum Reinigen der Gläser dabei (Transportbeutel vorab auf links drehen).

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Anmerkung: Ich danke dem Black Sun Shop (Analytical Instruments & More GmbH) und dem Hersteller Seeoo für die kostenfreie Bereitstellung der Testprodukte. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst! Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind sogenannte Affiliate-Links für die HappyHiker eine geringe Provision erhält, falls du einen dieser Artikel darüber kaufst. Für dich fallen dabei keine Extra-Kosten an, mir hilft es bei der Kostendeckung meines Blogs.

1 Kommentar

  1. Hey,
    guter Tipp, da denken die wenigsten dran glaub ich.

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