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Malerweg – Von Hohnstein bis Altendorf (Etappe 3)

Malerweg-Wanderer gelangen auf der dritten Etappe zunächst von Hohnstein zur Brandaussicht. Über mehr als 800 Stufen geht es nun in den Tiefen Grund und auf der anderen Talseite wieder hinauf nach Waitzdorf. Schließlich führt der Weg über Kohlmühle zum Etappenziel Altendorf.

Malerweg - Auf dem Weg vor der Burg Hohnstein

Malerweg – Start an der Burg Hohnstein

Bereits am Vortag war das Wetter auf dem  nicht gerade vom Feinsten. Indian Summer in der Sächsischen Schweiz hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt, aber der „goldene“ Oktober will in diesem Jahr einfach nicht mitspielen. Es ist nass, kalt und dunkel.

Und das vor allem in Sachsen: Laut DWD lag die mittlere Temperatur bei schlappen 8,3 °C. Spitzenwerte hingegen beim Niederschlag: Fast 85 l/m² fielen in Sachsen! Das sind 180 Prozent des Solls und einiges davon bekamen wir auf unserer dritten Etappe ab.

Schon die ganze Nacht hat es durchgeregnet und als wir in Hohnstein starten, ernten wir doch einige mitleidige Blicke. Aber was soll’s, auf Fernwanderungen heißt es schließlich: Raus bei jedem Wetter! Und Spaß macht’s dann ja trotzdem.

Der Brand – Balkon der Sächsischen Schweiz

Am Rathaus von Hohnstein vorbei geht es zunächst zurück zum Bärengarten, wo wir wieder auf den Malerweg treffen. Nach gut einem Kilometern erreichen wir linker Hand und knapp 100 Meter abseits des Wegs bereits die erste Sehenswürdigkeit des Tages, die Gautschgrotte.

Malerweg - Die Gautschgrotte ist von einer 18 Meter hohen Felswand umrahmt

Malerweg – Die Gautschgrotte ist von einer 18 Meter hohen Felswand umrahmt

Weiter geht es auf Wald- und Forstwegen zur knapp fünf Kilometer entfernten Brand-Aussicht, die als „Balkon der Sächsischen Schweiz“ gilt. Von dem fantastischen Blick auf das 170 Meter tiefer liegende Polenztal, die Tafelberge und die Schrammsteine haben wir heute allerdings nur wenig. Nur für einen kurzen Moment lichtet sich die dichte Nebelsuppe über dem Tal , so dass wir zumindest einen kurzen Blick auf die nahe gelegene Brandscheibe erhaschen.

Bei derart schlechtem Wetter bleibt aber immerhin noch der Besuch der Nationalpark-lnfostelle im historischen Brand-Blockhaus und die Einkehr im Gasthof Brand-Baude, wo wir uns erst einmal ein wenig trocken legen und  eine heiße Schokolade zum Aufwärmen trinken.

Malerweg - Blick von der Brand-Aussicht auf die Brandscheiben

Malerweg – Blick von der Brand-Aussicht auf die Brandscheiben

Im Nebel durch den Wald bei Waitzdorf

Der Regen hat inzwischen etwas nachgelassen. Frisch gestärkt geht es vom Brand über zwei Stahltreppen und 850 Stufen (nein, wir haben nicht nachgezählt) hinab in den Tiefen Grund. Und wo es im Elbsandsteingebirge runter geht, da geht’s meist auch wieder rauf: nach weiteren 300 Metern entlang der wenig befahrenen Straße zweigt der Wanderweg rechts ab und führt uns erneut über Holztreppen hinauf nach Waitzdorf.

Kurz hinter der Waitzdorfer Schänke, die dienstags natürlich Ruhetag hat, folgen zwei weitere – angeblich sehr schöne – Aussichtspunkte. Unsere Nebel-Bilder ersparen wir euch und verweisen stattdessen auf ein Youtube-Video von Jörg Thamer, der auf seiner Wanderung etwas mehr Glück mit dem Wetter und den Aussichtspunkten der dritten Malerweg-Etappe hatte:

Malerweg Etappe 3: Hohnstein – Altendorf

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Über Kohlmühle weiter nach Altendorf

Malerweg - Historisches Uhrwerk bei Kohlmühle

Malerweg – Historisches Uhrwerk bei Kohlmühle

Der Malerweg führt uns nun am Kohlichtgraben, einem Zufluss der Sebnitz, entlang nach Kohlmühle. Direkt am Ortseingang ist rechts des Weges ein historisches Uhrwerk zu sehen, das der Wirt der Gaststätte „Mickennest“ wiederbelebt hat. Prägend für den Ort ist allerdings ein riesiges Backsteingebäude, das unter Denkmalschutz stehende Likolit-Werk. In dem Linoleumwerk wurden einst Wachstücher, Linoleum und Kunstleder hergestellt, doch seit 2013 stehen hier die Maschinen still.

Kurz hinter dem Bahnhof Goßdorf-Kohlmühle wechselt der Wanderweg dann ans Ufer der Sebnitz bis es schließlich über offene Felder nach Altendorf hinauf geht, wo die dritte Etappe des Malerwegs normalerweise endet. Wir wollen heute allerdings noch weiter bis ins Kirnitzschtal.

Malerweg - Am Kohlichtgraben kurz vor Kohlmühle

Malerweg – Am Kohlichtgraben kurz vor Kohlmühle

Zum Übernachten hinab ins Kirnitzschtal

Malerweg - Die historische Kirnitzschtalbahn fährt seit 1898

Malerweg – Die historische Kirnitzschtalbahn fährt seit 1898

Nachdem wir feststellen, dass auch das Gasthaus Heiterer Blick dienstags Ruhetag hat, geht es auf dem Malerweg zunächst weiter Richtung Kirnitzschtal. Am Ortsende vor Altendorf verlassen wir den Wanderweg allerdings und zweigen stattdessen nach links ab, um direkt zur Ostrauer Mühle abzusteigen, wo auch der Malerweg nach einem kurzer Schwenk hinführen würde.

Neben den Gleisen der Kirnitzschtalbahn, die seit 1898 zwischen Bad Schandau und dem Lichtenhainer Wasserfall verkehrt, gehen wir noch gut einen Kilometer weiter ins Tal hinein bis zum Hotel Forsthaus, unserem heutigen Quartier. Hier lassen wir uns nach einer heißen Dusche dann ausgiebig mit Wildspezialitäten, sächsischem Wein und in Bierteig gebackenen Apfelringen verwöhnen –  schließlich steht morgen ja die Königsetappe unserer Wanderung an: Der .

Malerweg - Unser Quartier, das Hotel Forsthaus im Kirnitzschtal

Malerweg – Unser Quartier, das Hotel Forsthaus im Kirnitzschtal

Daten & Infos zur 3. Malerweg-Etappe

Start: Hohnstein, Bärengarten
Ziel: Altendorf, Sebnitzer Straße
Gesamtstrecke: 14,1 Kilometer
Höhenmeter: 489 Meter bergauf und 479 Meter bergab
Dauer: 5,5 Stunden reine Wanderzeit
Anreise: Bus 237 der OVPS von Pirna oder Sebnitz bis Haltestelle „Hohnstein Eiche“
Abreise: Bus 260 ab Haltestelle „Altendorf Erbgericht“ in Richtung Bad Schandau / Pirna oder Sebnitz beziehungsweise etwas weiter am Malerweg ab Haltestelle „Ostrauer Mühle/Zeltplatz“ mit der historischen Kirnitzschtalbahn der OVPS nach Bad Schandau
Wanderkarte: Große Karte der Sächsischen Schweiz 1:30000, Rolf Böhm
GPX-Daten: Kostenloser Download beim Tourismusverband Sächsische Schweiz
Wander-Broschüre: Per Post bestellen oder kostenloser Download beim Tourismusverband Sächsische Schweiz
Smartphone-App: Tourenplaner Sächsische & Böhmische Schweiz im Google Play Store (Android) und ITunes App-Store (iPhone)
Unsere Variante: Weiter über die Ostrauer Mühle bis zum Hotel Forsthaus im Kirnitzschtal (3,7 Kilometer zusätzlich)

Malerweg - Zwischen Waitzdorf und Kohlmühle

Malerweg – Zwischen Waitzdorf und Kohlmühle

Buchtipp

MalerwegMalerweg-Wanderführer von Thorsten Hoyer
von Thorsten Hoyer (ISBN 978-3-86686-263-0)
Wir hatten den Wanderführer aus dem Conrad Stein Verlag als E-Book im PDF-Format im Rucksack. Der kleine Führer von Thorsten Hoyer beschreibt den Streckenverlauf des Malerwegs und die Sehenswürdigkeiten vor Ort recht genau. Was wir vermisst haben: Ab und an – etwa an der Bastei – wären zusätzliche Detailkarten und genauere Infos zu den verschiedenen Aussichtspunkten sinnvoll. Zudem war der Wanderführer aus dem Jahr 2010 hier und da nicht mehr ganz aktuell – eine aktualisierte Neuauflage ist für Mai 2017 bereits geplant.

Weitere Beiträge zum Malerweg

Linktipp

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Anmerkung: Ich danke Frau Espig von der Pura Hotels GmbH, die uns im Hotel Forsthaus / Kirnitzschtal  ein Doppelzimmer mit Frühstück kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst! Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind sogenannte Affiliate-Links für die HappyHiker eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel darüber kaufst. Für dich fallen dabei keine Extra-Kosten an, mir hilft es bei der Kostendeckung meines Blogs.

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    Danke für den Link. Tja wir hätten wohl auch besser bis zum Hotel Forsthaus gehen sollen, statt an der Ostrauner Mühle zu übernachten. Wildspezialitäten hört sich doch entschieden besser an als unser Resteessen!
    Na ja beim nächsten Mal.
    Gruß Anja

    • Ooops, das klingt nach kulinarischen Hochgenüssen 😉 Als Budget-Unterkunft (Camping / Matratzenlager) ist die Ostrauer Mühle in der wärmeren Jahreszeit aber sicher eine Alternative. Das eigentliche Etappenziel Altendorf fanden wir hingegen recht trist …

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