Der Malerweg – Wandern in der Sächsischen Schweiz

Der Malerweg ist ein rund 116 Kilometer langer Wanderweg in der Sächsischen Schweiz. In acht Etappen wanderst du durch die faszinierende Felsenwelt des Elbsandsteingebirges und folgst den Spuren der größten Maler der Romantik. Die Mehrtageswanderung wurde 2006 anhand historischer Dokumente rekonstruiert und komplett neu ausgeschildert.

Wegweiser auf dem Malerweg
Wegweiser auf der Etappe 5

Welche Wanderwege in Deutschland würdet ihr unbedingt empfehlen? Für Deutschlands Wanderpapst Manuel Andrack war das im Interview mit der Deutschen Welle gar keine Frage: „Ich empfehle die Sächsische Schweiz, diese Felsenlandschaft mit Höhlen, mit Überhängen, mit ganz tollen, schmalen Wegen. Die Sächsische Schweiz ist wirklich ganz weit vorne, Weltklasse.“ Und er hat recht: wir können uns diesem Urteil nur anschließen!

Ende Oktober 2016 waren auch wir auf dem bekanntesten Fernwanderweg der Sächsischen Schweiz unterwegs. Hier berichten wir – Schritt für Schritt und Etappe für Etappe – über unsere Malerweg-Erfahrungen. In unseren Wanderberichten findest du zahlreiche Tipps zu den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und natürlich stellen wir Dir auch unsere Unterkünfte kurz vor.

Blick auf Weissig und die Bastei
Blick auf Weissig und die Bastei

Wo und wie lang ist der Malerweg?

Die 8-tägige Rundwanderung beginnt in Pirna. Die sächsische Kreisstadt erreichst du vom rund 25 Kilometer entfernten Dresden schnell per S-Bahn. Die ersten fünf Etappen der rund 116 Kilometer langen Strecke verlaufen rechts der Elbe. Dabei führt der Rundweg teilweise durch die Kernzone des Nationalpark Sächsische Schweiz bis nach Schmilka an der tschechischen Grenze.

Auf der anderen Elbseite führt die Mehrtageswanderung in drei weiteren Etappen zurück zum Ausgangspunkt. Über Tafelberge und Sehenswürdigkeiten wie die Festung Königstein oder die freistehende Felsnadel Barbarine (418,2 m ü. NHN) gelangst du schließlich wieder in die historische Altstadt von Pirna.

Topografische Karte dieser Fernwanderung

Liste   

Information
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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Malerweg   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Welche Malerweg-Etappe ist am schönsten?

Malerweg – Blick von der Brand-Aussicht auf die Brandscheiben
Schlechtwetter an der Brand-Aussicht

Das ist schwer zu sagen, denn jeder erlebt den Weg ein wenig anders. Im dichten Nebel mussten wir am „Balkon der Sächsischen Schweiz“ zwar auf die schöne Brandaussicht verzichten. Dafür hatten wir aber – dank des mäßigen Wetters – kaum Trubel am Gratweg zur Schrammsteinaussicht. Und selbst auf den Felsen rund um die berühmte Bastei (305 m ü. NHN), der meistbesuchten Touristenattraktionen im Elbsandsteingebirge, ging es recht ruhig zu.

Wenn wir uns aber entscheiden müssten, dann wäre die vierte Malerweg-Etappe unser Favorit. Hier reiht sich wirklich ein Highlight ans andere: Die Schrammsteine mit dem Wildschützen- und Jägersteig, die Breite Kluft, das Kleine Prebischtor, die Domstiege, die Affensteine, der Lichtenhainer Wasserfall, der Kuhstall mit der Himmelsleiter und zum Abschluss die historische Neumannmühle. Für uns war das die Malerweg-Königsetappe.

Malerweg - Das kleine Prebischtor kurz vor der Domstiege
Das kleine Prebischtor kurz vor der Domstiege

Die Frage nach einer weniger schönen Etappe wäre übrigens einfacher zu beantworten. Die letzte Etappe hat aus unserer Sicht nur wenige Highlights. Der Abschnitt zwischen Obervogelgesang und Pirna führt leider sogar ein ganzes Stück über den Radweg zwischen Eisenbahntrasse und Elbe.

Wanderberichte zu allen Etappen im Elbsandsteingebirge

Aber mach dir lieber selbst ein Bild von der Schönheit dieses einstegergerechten Fernwanderwegs! Die folgende Etappen-Übersicht listet unsere Wanderberichte zu allen acht Abschnitten des Malerwegs. Darin findest du topografische Wanderkarten mit Höhenprofil, Links zu GPX-Daten und weitere Tipps für deine eigenen Touren durch die Sächsische Schweiz.

Malerweg – Von Pirna-Liebethal bis Stadt Wehlen (Etappe 1)

Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz führt Wanderer auf der ersten Etappe zunächst von Pirna-Liebethal entlang der Wesenitz durch den Liebethaler Grund, dann über die Felder um Lohmen zum Uttewalder Grund mit seinem Felsentor und schließlich an die Elbe nach Stadt Wehlen.

Malerweg – Von Stadt Wehlen bis Hohnstein (Etappe 2)

Auf der zweiten Malerweg-Etappe geht es erst steil bergauf zur Bastei, und dann steil bergab in den Amselgrund. Der Hockstein bietet später einen fantastischen Blick auf Hohnstein, das Tagesziel unserer Wanderung im Elbsandsteingebirge, doch dazwischen liegt noch das Polenztal.

Malerweg – Von Hohnstein bis Altendorf (Etappe 3)

Malerweg-Wanderer gelangen auf der dritten Etappe zunächst von Hohnstein zur Brandaussicht. Über mehr als 800 Stufen geht es nun in den Tiefen Grund und auf der anderen Talseite wieder hinauf nach Waitzdorf. Schließlich führt der Weg über Kohlmühle zum Etappenziel Altendorf.

Malerweg – Von Altendorf zur Neumannmühle (Etappe 4)

Die Malerweg-Königsetappe am vierten Tag führt über die Schrammsteine auf einem Gratweg zum Aussichtspunkt Breite Kluft und dann an den Affensteinen vorbei zum Lichtenhainer Wasserfall. Über die Felsenhöhle Kuhstall geht es schließlich ins Kirnitzschtal zur Neumannmühle.

Malerweg – Von der Neumannmühle bis Schmilka (Etappe 5)

Auf der fünften Malerweg-Etappe geht es zunächst durch das Kirnitzschtal bis der Weg zum Großen Pohlshorn hinauf führt. Am Zeughaus vorbei gelangen Wanderer über den Roßsteig zum Großen Winterberg und schließlich zum Tagesziel nach Schmilka im Elbtal.

Malerweg – Von Schmilka bis Kurort Gohrisch (Etappe 6)

Der Malerweg wechselt mit der sechsten Etappe auf die andere Uferseite der Elbe. Über Schöna und den Wolfsberg geht es zunächst nach Reinhardtsdorf. Kurz vor dem Tagesziel Kurort Gohrisch stehen dann noch zwei Gipfelaufstiege zum Papststein und Gohrisch an.

Malerweg – Vom Kurort Gohrisch bis Weissig (Etappe 7)

Der Malerweg führt auf der siebten Etappe vom Kurort Gohrisch auf den Pfaffenstein mit der freistehenden Felsnadel Barbarine. Über den Quirl geht es anschließend an der Festung Königstein vorbei nach Thürmsdorf und schließlich zum Tagesziel Weissig.

Malerweg – Von Weissig bis Pirna (Etappe 8)

Die letzte Malerweg-Etappe führt über den Rauenstein und einen Gratweg weiter nach Wehlen-Pötzscha zum Robert-Sterl-Haus. Später geht es am Elbufer entlang und an der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein vorbei bis in den historischen Stadtkern von Pirna.

Malerweg – 7 Sehenswürdigkeiten am Wanderweg

Bizarre Felsformationen und romantische Schluchten sind Malerweg-Sehenswürdigkeiten, die uns Tag für Tag fasziniert haben. Die Sächsische Schweiz hält aber auch einige kulturelle Schmankerl bereit. Sieben Highlights am Wanderweg stellen wir euch hier näher vor.

Muss ich die Unterkünfte vorbuchen?

Bei einer Mehrtageswanderung wie dem Malerweg bietet es sich an, jeden Tag das Quartier zu wechseln. Wir haben allerdings selbst Ende Oktober noch sehr häufig den Aushang „belegt“ an den Unterkünften gesehen. Vorsichtshalber empfehlen wir deshalb, zumindest in kleineren Orten sowie im romantischen Kirnitzschtal ein Quartier vorzubuchen.

Malerweg - Unser Quartier, das Hotel Forsthaus im Kirnitzschtal
Hotel Forsthaus – Unser Quartier im Kirnitzschtal

Achte dabei auch auf das Zertifikat „Wanderfreundlich am Malerweg“. Diese Auszeichnung erhalten Unterkünfte, die auf Wanderer eingestellt sind und auch Einzelübernachtungen anbieten. Zudem solltest du nur wenig Gepäck mitnehmen. Auf den teilweise recht engen Stiegen im Elbsandsteingebirge, ist ein kompakter Rucksack einfach handlicher und weniger hinderlich.

Gibt es einen Gepäcktransport?

Mit kompaktem Rucksack auch ohne Gepäcktransport machbar
Ein kompakter Rucksack macht den Gepäcktransport überflüssig

Um ganz ehrlich zu sein: Gepäcktransporte sind nicht gerade umweltfreundlich. Und – wie du in unseren Packlisten sehen kannst – sie sind auch völlig unnötig. Wer sich aber partout nicht beschränken kann oder will, der findet vor Ort auch Anbieter, die einen Gepäcktransport organisieren.

Wenn du nur mit Tagesrucksack unterwegs sein möchtest, dann bieten sich als Alternative auch Pauschalangebote mit fester Unterkunft an. Diese Wanderreisen umfassen einen Shuttle-Service zu den Start- und Zielorten der Etappen. Aber: Auch das ist nicht gerade umweltfreundlich! Weitere Infos zum „Wandern ohne Gepäck“ hält der Tourismusverband Sächsische Schweiz bereit.

Warum heißt der Weg eigentlich Malerweg?

Logo des Malerweg Elbsandsteingebirge
Logo des Wanderwegs

Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich die Wanderregion im Elbsandsteingebirge zum beliebten Studienobjekt zahlreicher Maler: Zu den ersten zählten Johann Alexander Thiele und Bernardo Bellotto (Canaletto), später folgten Maler der Dresdner Kunstakademie wie Adrian Zingg oder Anton Graff und schließlich wanderten fast alle Künstler der europäischen Romantik durch die Gegend: Caspar David Friedrich, Ludwig Richter, Carl-Maria von Weber, Richard Wagner, Hans Christian Andersen und, und, und …

Der heutige Wanderweg orientiert sich weitgehend an der historischen Route, der diese Künstler auf ihrem Weg aus Dresden heraus in die Sächsische Schweiz folgten. Entlang des Wanderwegs informieren zudem 13 kunsthistorische Schautafeln über berühmte Gemälde, Zeichnungen und Stiche mit Darstellungen des jeweiligen Wegabschnittes.

Kann ich am Malerweg zelten oder boofen?

Zumindest in der wärmeren Jahreszeit lässt sich der Malerweg weitestgehend als Trekking-Tour mit Zelt und Schlafsack laufen. Geeignete Zeltplätze für die einzelnen Etappenziele sowie Matratzenlager als Ausweichquartiere findest du in folgender Übersicht:

OrtZeltplatz / Matratzenlager
PirnaCamping Pirna-Copitz
WehlenSchützenhaus Stadt Wehlen (3 Zeltplätze – unbedingt reservieren!)
HohnsteinCampingplatz Entenfarm Hohnstein
AltendorfBergoase Sächsische Schweiz (ca. 2,3 km entfernt) oder Campingplatz Ostrauer Mühle (im Kirnitzschtal)
NeumannmühleNeumannmühle (Matratzenlager)
SchmilkaKein Zeltplatz vor Ort (per S-Bahn zum Camping Königstein)
GohrischCaravan-Camping Sächsische Schweiz
WeissigCamping-Stellplatz Struppen (ca. 5 km entfernt) oder Touristenherberge „Auf dem Kulm“

Andere Wanderer empfehlen oft auch das Boofen am Malerweg. Falls du auf den Naturschutz pfeifst und Dir drohende Bußgelder egal sind: Probier es! Wer allerdings umweltbewusst wandert, der sollte von diesen durchaus reizvollen Übernachtungen unter Felsvorsprüngen oder in Höhlen Abstand nehmen.

Die gestiegene Anzahl der Übernachtungen – auch außerhalb der zugelassenen Boofen – führt bereits zu einem Rückgang der drei wichtigsten Vogelarten Wanderfalke, Uhu und Schwarzstorch. Erlaubt ist das Boofen ohnehin nur für Klettersportler und ab 2022 gibt es sogar ein Ticketsystem für das Freiübernachten. Einen legalen Schlafplatz in einer Boofe bekommen selbst Kletterer nur noch, wenn sie vorher online ein Ticket gebucht haben. Mehr dazu sowie Tipps zu kostengünstigen und naturnahen Übernachtungen hält der Nationalpark Sächsische Schweiz bereit.

Update: Ab dem 20. Mai 2022 tritt ein zeitweiliges Boofenverbot im Nationalpark Sächsische Schweiz in Kraft. Befristet bis 2025 soll das Verbot des Freiübernachtens jeweils vom 1. Februar bis 15. Juni gelten. In der übrigen Zeit des Jahres ist das Übernachten in den zugelassenen 58 „Boofen“ in Verbindung mit dem Klettersport weiterhin erlaubt.

Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz
Das Forsthaus Teichstein gegenüber vom Zeughaus
Das Forsthaus Teichstein gegenüber vom Zeughaus (Etappe 4)

Kann ich in der Sächsischen Schweiz mit Hund wandern?

Auch mit einem Vierbeiner ist der Malerweg – abgesehen von einigen Stiegen und Treppen – relativ problemlos wanderbar. Die Tierpsychologin Inga Theedt war beispielsweise mit zwei Hunden auf dem gesamten Weg unterwegs und beschreibt ihre Erfahrungen im Blog travel-dogs.de. Für schwierigere Etappen des Wegs gibt es zudem pfotenfreundliche Alternativrouten, die bereits auf ihre Hundetauglichkeit getestet sind.

Daten, Infos & GPX-Track zum Weg

  • Start: Pirna-Liebethal, Wendehammer an der Wesenitz
  • Ziel: Pirna, Marktplatz
  • Gesamtstrecke: 116 Kilometer
  • Höhenmeter: 3932 Meter bergauf und 3968 Meter bergab
  • Niedrigster Punkt: Elbeufer bei Obervogelsang (112 m ü. NHN)
  • Höchster Punkt: Großer Winterberg (556 m ü. NHN)
  • Markierung: Geschwungenes „M“-Symbol oder grüne Wegweiser
  • Dauer: 8 Tagesetappen mit je 4 bis 7 Stunden reiner Wanderzeit
  • Beste Zeit: Der „Goldene Herbst“ (der Weg ist aber ganzjährig wanderbar)
  • Anreise & Abreise: Die An- und Abreise per Auto, Bus oder Bahn erfolgt über Dresden. Von dort sind die Etappen-Orte Pirna, Wehlen, Königstein und Schmilka mit der S-Bahn-Linie S1 des VVO erreichbar.
  • Nahverkehr: Zum Lichtenhainer Wasserfall, zur Ostrauer Mühle und ins Kirnitzschtal fährt von Bad Schandau aus die Kirnitzschtalbahn. Die Bastei und die Burg Hohnstein sowie Schöna, Klein­henners­dorf und Krippen sind über Wanderbusse des RVSOE erreichbar.
  • Etappenorte: Liebethal, Stadt Wehlen / Kurort Rathen, Hohnstein, Altendorf, Neumannmühle, Schmilka, Gohrisch, Weißig, Pirna
  • Verpflegung: Entlang der Route findest du diverse Gasthäuser und Möglichkeiten, die Wasservorräte aufzustocken. Lebensmittel-Geschäfte gibt es in Pirna, Lohmen, Bad Schandau und Königstein.
  • Wanderkarte: Große Karte der Sächsischen Schweiz 1:30000, Rolf Böhm
  • GPX-Daten: Kostenloser Download beim Tourismusverband Sächsische Schweiz
  • Wander-Broschüre: Per Post bestellen oder kostenloser Download beim Tourismusverband Sächsische Schweiz
  • Offizielle Webseite: www.saechsische-schweiz.de
Malerweg-Wanderführer von Thorsten Hoyer
© Conrad Stein Verlag

Buchtipp

Malerweg
von Thorsten Hoyer
ISBN 978-3-86686-686-7

Wir hatten eine ältere Auflage des Wanderführers aus dem Conrad Stein Verlag als E-Book im PDF-Format im Rucksack. Der kleine Führer von Thorsten Hoyer beschreibt den Streckenverlauf des Wanderwegs und die Sehenswürdigkeiten vor Ort recht genau.

Was wir vermisst haben: Ab und an – etwa an der Bastei – wären zusätzliche Detailkarten und genauere Infos zu den verschiedenen Aussichtspunkten sinnvoll. Zudem war der Wanderführer aus dem Jahr 2010 hier und da nicht mehr ganz aktuell – aber das dürfte sich mit der aktualisierten Neuauflage vom Oktober 2020 ja hoffentlich geändert haben.