Steigerwald Panoramaweg – Von Bad Windsheim bis Iphofen

Steigerwald Panoramaweg – Von Bad Windsheim bis Iphofen

Der Steigerwald Panoramaweg führt auf den ersten drei Etappen vom mittelfränkischen Bad Windsheim durch das Weinparadies Franken nach Iphofen. Da Start- und Zielort schnell per Bahn erreichbar sind, eignet sich diese Wanderung auch für ein verlängertes Wochenende.

Spitalkirche zum Heiligen Geist in der Rothenburger Straße
Bad Windsheim: Die Spitalkirche in der Rothenburger Straße

Gut eine Woche nach dem Beginn der Weinlese in Franken starten wir unsere Herbstwanderung auf dem Steigerwald Panoramaweg. Neun Tage lang wollen wir gut 200 Kilometer durch den Naturpark Steigerwald wandern, Federweißen („Bremser“) trinken, ein paar nette Heckenwirtschaften besuchen und zum Abschluss in Bamberg natürlich mit einem kräftigen Rauchbier auf unsere Tour anstoßen.

Dank einer schnellen Bahnverbindung erreichen wir den Startort Bad Windsheim bereits gegen zehn Uhr. Wir nutzen die Zeit für eine Stippvisite im Fränkischen Freilandmuseum, auf dessen Gelände mehr als 100 historische Gebäude aus Mittelfranken zu besichtigen sind (ermäßigter Eintritt bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln).

Bauhofstadel im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim
Bauhofstadel im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim

Unser Rundgang durch die Baugruppe Stadt des Museums startet am alten Bauhofstadel. Das 1441 bis 1444 erbaute Gebäude ist in Süddeutschland eines der größten Holzbauwerke des Mittelalters. Es ist am Originalstandort erhalten und gehört ebenso wie der Wagenschupfen, ein Kleinbürgerhaus und der Spitalscheuer zum alten Bauhof der ehemaligen Reichsstadt Windsheim.

Direkt nebenan stehen in der „kurzen Gasse“ noch ein Handwerkerhaus, ein Kleinbürgerhaus aus Wolframs-Eschenbach sowie ein Haus aus Eichstätt. Unser Rundgang endet am 1358/59 errichteten Gasthaus zum Hirschen mit der Besichtigung der Fränkischen Kräuterapotheke, bevor wir weiterlaufen zur rund 150 Meter entfernten Spitalkirche.

Innenansicht der Spitalkirche in Bad Windsheim
Innenansicht der Spitalkirche in Bad Windsheim

Die 1416 bis 1421 erbaute Spitalkirche zum Heiligen Geist zählt ebenfalls zur Baugruppe Stadt und beherbergt das Museum Kirche in Franken. Ganz besonders fasziniert uns hier, dass man an den Außenmauern bis zum Dachstuhl hinaufsteigen und auch mal ein Kirchenfenster von oben und aus nächster Nähe betrachten kann.

Schließlich laufen wir durch die Altstadtgassen am Rathaus, dem Windsheimer Roland und am Kloster vorbei wieder zum Bahnhof zurück. Direkt hinter den Gleisen durchqueren wir den Kurpark der Franken-Therme, an dessen Nordflanke dann unsere Wanderung beginnt.

Liste   

Information
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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Steigerwald Panoramaweg - Von Bad Windsheim bis Iphofen   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Steigerwald Panoramaweg: Von Bad Windsheim nach Herbolzheim

Steigerwald Panoramaweg: Beginn des Wegs in Bad Windsheim
Wegbeginn in Bad Windsheim

Auf den ersten Metern des Steigerwald Panoramawegs müssen wir uns ganz schön beeilen, denn im gut sechs Kilometer entfernten Oberntief steht erneut eine Besichtigung an. Am Kurpark entlang geht es zunächst zum Kühwassengraben und dann weiter zu einem kleinen Weiher.

Direkt dahinter beginnt der Eichenhain am Gräfgraben, der hier eine schöne Allee bildet. Zwischen den alten Eichen entdecken wir sogar einen Birnbaum und so geht es mit frischem Proviant und kauend weiter zum Naturschutzgebiet Gräfholz und Dachsberge.

Steigerwald Panoramaweg: Weiher am Gräfgraben
Steigerwald Panoramaweg: Weiher am Gräfgraben

Herbstzeitlose schmücken den Wegrand im Naturschutzgebiet und auf dem Steigerwald Panoramaweg geht es nun erstmals leicht bergauf. Auf den recht breiten Forstwegen durch den noch traditionell bewirtschafteten Mittelwald kommen wir aber recht flott voran.

Über den Dachsberg erreichen wir schließlich nach etwas mehr als einer Stunde Oberntief. Früh genug für die geplante Besichtigung des Frohsinns-Hof, der unweit der Kirche St. Marien direkt gegenüber vom Löschteich des kleinen Orts zu finden ist.

Steigerwald Panoramaweg: Am Gräfgraben bei Bad Windsheim
Steigerwald Panoramaweg: Eichenhain am Gräfgraben bei Bad Windsheim

Der Frohsinns-Hof gehört dem Verein Frohsinn mit Trachtengruppe e.V., der hier ein Museums-Projekt zur Erhaltung ländlichen Brauchtums betreibt. Heute hat der der Verein sein Bauernhofmuseum extra für uns geöffnet und zwei Mitglieder führen uns durch die Ausstellung.

Die umfangreiche Sammlung füllt das Anwesen bis zum Dachspitz mit Gerätschaften aus Landwirtschaft und Handwerk. Wir besichtigen historische Erntemaschinen und mächtige Bulldogs, aber auch Dinge des täglichen Leben wie Trachten, Kinderwagen und Waschmaschinen oder eine komplett ausgestattete Schusterwerkstatt.

Das Museum im Frohsinns-Hof in Oberntief
Das Museum im Frohsinns-Hof in Oberntief

Echte Schätzchen sind auch in den Scheunen des Museums zu sehen. Besonders beeindruckt hat uns hier eine Graham-Paige Blue Streak Limousine aus dem Jahr 1934. Ein weiteres Highlight: Die alte Feuerwehrspritze des Nachbarorts Unterntief aus dem Jahre 1885.

Der kleine Abstecher hat sich absolut gelohnt und passt ideal zur recht kurzen Einstiegsetappe des Steigerwald Panoramawegs. Doch bevor wir die letzten Meter des Tages in Angriff nehmen, gönnen wir uns noch einen Zwischenstopp im „Schwarzen Adler“, einem nahegelegenen und überaus urigen Gasthof.

Dann geht es weiter zum Oberntiefer Weiher, wo wir mitten auf dem Weg eine Ringelnatter entdecken. Für eine Foto-Session ist die Schlange zu schnell und so wandern wir über den Kehrenberg nach Herbolzheim, wo im Gasthaus Grüner Baum ein Zimmer für uns reserviert ist.

Beim Check-in dann die große Überraschung: Um die Ecke biegt ein weiteres Wander-Pärchen, das auf dem Steigerwald Panoramaweg unterwegs ist. Und: Die beiden haben den gleichen Nachnamen! Die Wirtin schaut leicht verdutzt, hat dann aber doch zwei Doppelzimmer für uns: „Ich hab da gleich geahnt, dass da was nicht stimmt.“

Steigerwald Panoramaweg: Kurze Rast am Oberntiefer Weiher
Kurze Rast am Oberntiefer Weiher

Tipp: Direkt gegenüber vom „Grünen Baum“ befindet sich im alten Schulhaus das Osingmuseum, das sich der Freimarkung Osing widmet. Auf dieser Hochfläche hat sich eine Tradition der Landnutzung erhalten, die in Europa einmalig ist: Die 213 Feldanteile des Osing werden alle zehn Jahre unter den Osingrechtlern der umliegenden Dörfer neu verlost.

Steigerwald Panoramaweg: Von Herbolzheim nach Hüttenheim

Sonnenblume am Steigerwald Panoramaweg
Sonnenblume bei Herbolzheim

Am Abend gab es in Herbolzheim bereits ein gutes Glas Wein, doch erst die zweite Etappe des Steigerwald Panoramawegs führt uns richtig ins Weinparadies Franken. Zu dieser Region zählen Bullenheim, Hüttenheim und fünf weiteren Ortschaften sowie rund 250 Winzer.

Nach einem guten Frühstück verlassen wir Herbolzheim auf Feldwegen und laufen am Weingartsberg und Häfringsberg vorbei, die man kaum als „Berge“ wahrnimmt. Kurz hinter dem Hof Wüstphül gelangen wir wieder auf Forstwege, die uns durch den Weigenheimer Mittelwald zum oberen Schimmelwasen führen.

Steigerwald Panoramaweg: Der obere Schimmelwasen am Heidebuck
Der obere Schimmelwasen am Heidebuck

Hinter dem oberen Schimmel beginnt der Anstieg zum Hohenlandsberg, dem mit 498 m ü. NN zweithöchsten Berg im Steigerwald. Um auf den Gipfel und zur Burgruine Hohenlandsberg zu gelangen, zweigen wir nach einem alten Steinbruch links auf einen schmalen Pfad ab.

Von der einst stark befestigten Höhenburg sind nur noch der Durchgang zum Burghof sowie einige Kasematten und Mauerreste erhalten. Auf dem Burgwall laufen wir weiter und nutzen nördlich der Ruine einen steilen Pfad, der uns wieder zum Steigerwald Panoramaweg führt.

Steigerwald Panoramaweg: Die Burgruine Hohenlandsberg bei Weigenheim
Die Burgruine Hohenlandsberg bei Weigenheim

Vom zweithöchsten Berg geht es nun zum höchsten Berg im Steigerwald. Auf den kleinen Abstecher zum Scheinberg (498,5 m ü. NN) verzichten wir allerdings, denn am Wegweiser prangt bereits ein Zusatzschild mit dem Hinweis „Kein Aussichtspunkt“.

Bis zum Schloss Frankenberg ist es nun nur noch gut ein Kilometer. Das Tor der Meierei steht offen und die Hinweise „Privatgrundstück – Kein Zutritt“ sowie „Betreten der Baustelle verboten“ übersehen wir wohl irgendwie. So können wir zumindest einen Blick in den Innenhof der Anlage und auf die Burg Vorderfrankenberg werfen.

Steigerwald Panoramaweg: Kurz vor dem Scheinberg
Steigerwald Panoramaweg: Kurz vor dem Scheinberg

Vorbei an einigen Skulpturen und der „Brunnenfigur“ in einem kleinen Arboretum gelangen wir von der Burg Vorderfrankenberg zur Burgruine Hinterfrankenberg. Von der mittelalterlichen Höhenburg sind allerdings nur noch einige Mauerreste und Fragmente eines Eckturms zu sehen.

Beim Abstieg vom sogenannten „Herrschaftsberg“ kommen wir schließlich noch am baufälligen Rundtempel des Schlossfriedhofs vorbei, auf dem die Schlossherrenfamilie sowie deren Bedienstete begraben wurden.

Steigerwald Panoramaweg: Brunnenfigur vor der Burgruine Hinterfrankenberg
Brunnenfigur vor der Burgruine Hinterfrankenberg

Rund einen Kilometer weiter stehen wir unweit der „Hutteneiche“ erstmals am Fuße der Weinberge. Wir folgen dem Aufstieg am Bullenheimer Berg, dem westlichsten Ausläufer des Steigerwaldmassivs, bis links ein Weg in Richtung Bullenheim abzweigt. Auf kleineren Pfaden geht es nun bis zu den Weinhängen hinab, wo wir erst einmal den Ausblick genießen.

Ein noch besserer Ausblick auf den Weinort Bullenheim bietet sich uns von der wenige Meter entfernten Kunigundenkapelle. Nach einer kurzen Rast steigen wir von der Kirchenruine wieder steil zum Kapellberg und zum Aussichtsturm Bullenheim hinauf, der allerdings nicht geöffnet ist.

Aussicht von der Kunigundenkapelle auf Bullenheim
Steigerwald Panoramaweg: Aussicht von der Kunigundenkapelle auf Bullenheim

Wenig später erreichen wir wieder den Steigerwald Panoramaweg, der uns durch den Kunigundenwald zu den Kalkmagerrasen am Steinbuckel führt. Nordöstlich des Tannenbergs weichen wir schließlich noch einmal von der Route des Steigerwald Panoramawegs ab.

Wir halten uns etwas weiter links, um mitten in den Hüttenheimer Weinbergen den 1816 angelegten jüdischen Friedhof zu besichtigen. Die eingezäunte Anlage mit 468 Gräbern ist größer als erwartet, denn hier wurden auch die Toten aus Bullenheim, Dornheim, Mainbernheim, Marktbreit, Nenzenheim, Uffenheim und Weigenheim bestattet.

Steigerwald Panoramaweg: Der Judenfriedhof in den Weinbergen vor Hüttenheim
Der Judenfriedhof in den Weinbergen vor Hüttenheim

Entlang der erntereifen Rebstöcke gelangen wir wenig später an einen kleinen Weiher und schließlich nach Hüttenheim. Das gute Wetter nutzend laufen wir direkt bis zum Marktplatz, um die Kirchenburg rund um die evangelische Pfarrkirche zu besichtigen.

Durch den Torbogen am ehemaligen Rathaus gelangen wir in den Kirchhof der Wehranlage und besichtigen die zahlreichen Kirchgaden. Diese Lagerräume nutzten die Bewohner des Ortes einst zur Lagerung von Vorräten und bei feindlichen Übergriffen auch als Zufluchtsstätte.

Das Rathaus und die Kirchenburg am Marktplatz Hüttenheim
Das Rathaus und die Kirchenburg am Marktplatz Hüttenheim

An der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist und am Ebracher Schultheissenhof vorbei laufen wir schließlich zum Winzerhof Gümpelein. Und im Innenhof unserer Unterkunft gibt es dann erst mal einen Silvaner und zum Abendessen noch einen Grauen Burgunder.

Kurios: Hüttenheim ist gar nicht mal so klein, trotzdem gibt es hier keine Straßennamen. Alle Häuser sind durchnummeriert und wer seine Unterkunft sucht, muss sich an entsprechenden Hinweistafeln orientieren.

Steigerwald Panoramaweg: Von Hüttenheim nach Iphofen

Rispenhirse am Steigerwald Panoramaweg
Rispenhirse am Wegrand

Die dritte Etappe ist mit rund 17 Kilometern nicht all zu lang, deshalb lassen wir uns beim Frühstück heute etwas mehr Zeit. Wir nehmen noch ein paar frisch geerntete Weintrauben als Nachtisch mit und machen uns erst gegen neun Uhr auf den Weg.

Über Ackerland laufen wir Richtung Norden und entdecken dabei sogar ein Feld mit Rispenhirse, die im Mittelalter noch ein wichtiges Nahrungsmittel war und als „Brot des armen Mannes“ galt. Gut drei Kilometer wandern wir an zahlreichen Maisfeldern vorbei bis wir Mönchsondheim erreichen.

Steigerwald Panoramaweg: Durch Maisfelder wandern wir nach Mönchsondheim
Steigerwald Panoramaweg: Durch Maisfelder wandern wir nach Mönchsondheim

Der kleine Ort gehört bereits zu Iphofen und ein Großteil der Gebäude ist Teil eines Freilichtmuseums. Das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim umfasst die Kirchenburg, das Rathaus mit Bäckerei und Posthilfsstelle, das ehemalige Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“ mit Kegelbahn und den Kleinbauernhof Hahn sowie eine alte Dorfschule.

Wir schreiten durch das Torhaus, besichtigen die Bonifatiuskirche und informieren uns in den Gaden der Wehranlage über den Weinbau, das dörfliche Handwerk sowie Kirchenburgen im Allgemeinen. Im Gegensatz zur Anlage in Hüttenheim und den meisten anderen Kirchenburgen der Umgebung sind die Kirchhäuser hier übrigens zweigeschossig.

Der Eingang zum Kirchenburgmuseum Mönchsondheim
Der Eingang zum Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Natürlich erkunden wir auch alle anderen Gebäude und zum Abschluss der gut zwei Stunden dauernden Besichtigung geht es noch in den Krämerladen Hassold, der ebenfalls zum Museum gehört. Hier gönnen wir uns erst einmal einen Saft, bevor es weiter geht.

Steigerwald Panoramaweg: Baum am Breitbach kurz hinter Mönchsondheim
Baum am Breitbach

Hinter Mönchsondheim laufen wir auf grasbedeckten Wegen über die Wiesen am Breitbach. Im Moorseebachtal säumen alte Mühlen den Weg nach Markt Einersheim, dessen Ortskern wir von Westen her durch das Würzburger Stadttor erreichen.

Wir schlendern am Schloss Einersheim, dem Rathaus und der ehemaligen Kirchenburg von Markt Einersheim vorbei zum Nürnberger Tor im Osten des Weinorts. Wenige Meter weiter zweigt der Steigerwald Panoramaweg links ab und eine schmale Gasse führt uns in die Weinberge.

Steigerwald Panoramaweg: Am Moorseebach zwischen Mönchsondheim und Markt Einersheim
Am Moorseebach zwischen Mönchsondheim und Markt Einersheim

Am „Wengertshäusla“ vorbei und durch alte Weinberganlagen wandern wir zum Sonnenberg und naschen dabei auch die ein oder andere Traube. Und tatsächlich lassen sich auch in nicht flüssiger Form schon die Unterschiede typischer Rebsorten wie Silvaner und Müller-Thurgau (weiß) oder Domina und Spätburgunder (rot) erkennen.

Hier und da blühen auch noch Rosenstöcke am Ende der Rebenreihen. Diese Blütenpracht hat eine lange Tradition, denn die empfindlichen Rosen dienen den Winzern als Frühwarnsystem für Pflanzenkrankheiten wie Mehltau und bieten auch Nützlingen einen Unterschlupf.

Steigerwald Panoramaweg: Das Wengertshäusla bei Markt Einersheim
Das Wengertshäusla bei Markt Einersheim

Rechts des Wegs öffnet sich der Blick auf den Schlossberg mit dem Torturm der Burgruine Speckfeld und wir gelangen zu einem Talgrund mit Sonnenblumenfeldern. Durch das Naturschutzgebiet Schlossbergsattel verlassen wir schließlich die Weinberge und steigen zum Waldrand hinauf.

Wir passieren den Wildgraben, der früher als Jagdgrenze diente. Dieser Graben trennte die „Obere Jagd“ auf den Hochflächen von der „Unteren Jagd“ im Steigerwaldanstieg und auf den Flächen des Vorlandes.

Steigerwald Panoramaweg: Rastplatz an der Beckahans-Eiche im Wald vor Iphofen
Rastplatz an der Beckahans-Eiche im Wald vor Iphofen

Nach einer kurzen Rast an der Beckahanseiche treffen wir unterhalb des Iphöfer Kalbberg erneut auf eine Ringelnatter und diesmal haben wir mehr Glück. Mit dem Smartphone gelingt uns zumindest ein halbwegs scharfer Schnappschuss der scheuen Schlange.

Schließlich endet das ausgedehnte Waldstück und an Weinbergen vorbei erreichen wir den Ringsbühlsee im Wehrbachtal. Wir passieren eine Kneippanlage sowie den Stadtsee und gelangen zum Herrengraben.

Ringelnatter unterhalb des Kalbberg kurz vor Iphofen
Ringelnatter unterhalb des Kalbberg kurz vor Iphofen

Auf dem Wall führt uns der Steigerwald Panoramaweg nun an der historischen Stadtbefestigung von Iphofen entlang. In die Altstadt gelangen wir schließlich durch das Rödelseer Tor und den Mittagsturm, der einst als Verwahrungsort für „Malefizpersonen“ diente.

Wir besichtigen die Pfarrkirche St. Veit, die Kapelle St. Michael und werfen natürlich auch einen Blick ins Beinhaus. Nach einem Gläschen Federweißer schlendern wir beschwingt über den Marktplatz, durch die Lange Gasse zum Einersheimer Tor und schließlich zu unserer Unterkunft.

Rödelseer Tor: Eines der mittelalterlichen Stadttore in Iphofen
Rödelseer Tor: Eines der mittelalterlichen Stadttore in Iphofen

Im Weingut & Winzerhof Emmerich gerät der Check-in dann gleich zu einer kleinen Weinprobe. Dabei dürfen wir mit dem 2013er Réserve Silvaner vom Iphöfer Kronsberg (Süd-Exposition und Steigungen bis 60 Prozent) sogar ein ganz besonderes Tröpfchen kosten.

Silvaner-Weinprobe im Weingut & Winzerhof Emmerich
Silvaner-Weinprobe im Weingut & Winzerhof Emmerich

Feuchtfröhlich beenden wir dann auch den Wandertag, denn zum Abendessen sind wir gegenüber von der Touristinfo (gute Infos zum Wandern) in der Vinothek Iphofen verabredet. Hier kann man nicht nur gut und gemütlich essen, sondern auch die Weine aller Iphöfer Winzer verkosten.

Sehenswert: Wer in Iphofen etwas mehr Zeit hat, der sollte unbedingt das Knauf-Museum besuchen. Die von den Gipsfabrikanten Alfons N. Knauf und Karl Knauf zusammengestellte Reliefsammlung mit 250 Exponaten der großen Kulturepochen des Altertums gilt als europaweit einzigartig.

Reisetipp: Der Bocksbeutel-Express

Der Bocksbeutel-Express verbindet die südlich von Iphofen gelegenen Weinorte. Direkt oder nahe am Steigerwald Panoramaweg hält der Bus in Iphofen, Markt Einersheim, Mönchsondheim, Hüttenheim und Bullenheim sowie am Schloss Frankenheim. Die Frei­zeit­li­ni­e 109 des Ver­kehrs­ver­bund Groß­raum Nürn­berg verkehrt allerdings nur am Wochenende sowie an Feiertagen im Zeitraum vom 1. Mai bis 1. No­vem­ber.

Steigerwald Panoramaweg

Steigerwald Panoramaweg Wegzeichen

Der 2009 eröffnete Steigerwald Panoramaweg beginnt im mittelfränkischen Bad Windsheim und endet in Oberfranken am Michelsberg bei Bamberg. Fernwanderer gelangen auf diesem Weg zwischen den Haßbergen und der Frankenhöhe vom Weinland Franken durch den Naturpark Steigerwald bis ins Bierland Franken. Unterwegs locken auf dem Qualitätsweg Wanderbares Deutschland Kirchenburgen, Schlösser und Klöster, urige Heckenwirtschaften und ein Baumwipfelpfad.

Der Weg ist offiziell 161 Kilometer lang und wird meist in neun Etappen begangen. Aufgrund diverser Besichtigungen und zusätzlichen Strecken zu Unterkünften sollten Wanderer aber ein paar Kilometer mehr einplanen und mit Etappenlängen von 20 bis 25 Kilometern pro Tag rechnen. Wir kamen bei unserer Herbstwanderung zur Weinernte auf rund 213 Kilometer sowie 4240 Höhenmeter im Aufstieg und 4320 Höhenmeter im Abstieg.

Rother-Wanderführer Steigerwald
© Bergverlag Rother

Buchtipp

Steigerwald
von Anette Köhler und Stefan Herbke
ISBN 978-3-7633-4270-9

Da es keinen Wanderführer speziell für den Steigerwald Panoramaweg gibt, waren wir nur mit der Wanderbroschüre des Wegs und GPX-Daten für die Offline-Navigation per Smartphone unterwegs. Einige Abschnitte des Steigerwald Panoramawegs beschreiben Anette Köhler und Stefan Herbke allerdings in den 50 Touren des Rother Wanderführers Steigerwald mit Haßbergen und Frankenhöhe. Für alle, die öfters in der Region unterwegs sind, ist dieses Buch sicher einen Blick wert, zumal es auch die Region zwischen Schweinfurt und Bamberg sowie den Naturpark Frankenhöhe abdeckt.

Rother-typisch umfassen die Tourbeschreibungen alle Details zum Wegverlauf und den jeweiligen Wanderzeiten, ein Höhenprofil und topografische Karten im Maßstab 1:100.000 sowie Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten. Ebenfalls Rother-typisch fehlen bei Einkehrmöglichkeiten aber Öffnungszeiten, Rufnummern und weiterführende Webadressen. Nicht einmal die Namen der Gasthäuser verraten die Autoren.

Linktipp

Werbung & Transparenz: Ich danke dem Tourismusverband Franken e.V., der unsere Wanderung mit der Übernahme von Anreise, Übernachtungen und Verpflegung unterstützt hat. Meine Meinung und Berichterstattung bleiben davon unbeeinflusst! Werbelinks sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn du auf einen dieser Provisions-Links (Affiliate-Links) klickst und über diesen Link einkaufst, erhält HappyHiker eine geringe Provision. Für dich fallen dabei keine Extra-Kosten an. Weitere Infos …

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