Steigerwald Panoramaweg: Von Iphofen bis Gerolzhofen

Steigerwald Panoramaweg – Von Iphofen bis Gerolzhofen

Der Steigerwald Panoramaweg führt uns auf diesem Abschnitt durchs Fränkische Weinland, zum Kloster Ebrach und auf einen der schönsten Baumwipfelpfade. Über die höchstgelegenen Rebflächen Frankens gelangen wir schließlich nach Gerolzhofen.

Steigerwald Panoramaweg: In der Geschichtsscheune Iphofen
In der Geschichtsscheune Iphofen

Der Steigerwald Panoramaweg muss heute noch ein wenig warten! Bevor wir unsere gut 210 Kilometer lange Wanderung fortsetzen, steht noch eine Besichtigung der Iphöfer Geschichtsscheune auf dem Programm (Eintritt frei). Besten Dank an die Mitarbeiter der nahe gelegenen Tourist Information, die uns begleiten und ausnahmsweise ein wenig früher in die Ausstellung lassen.

Ein sprechendes Stadtmodell erzählt uns „Iphöfer Geschichte(n)“ aus der Vergangenheit. Und das kleine Lapidarium umfasst einige sehenswerte Steinbildwerke aus der Zeit des späten Mittelalters und des Barocks.

Steigerwald Panoramaweg: Das Rödelseer Tor in Iphofen
Steigerwald Panoramaweg: Das Rödelseer Tor in Iphofen

Während der Besichtigung erfahren wir auch von den „Hundslöchli“. Diese Schandhäuslein rechts und links der Rathaustreppe ersetzten einst den Pranger. Uns sind sie im Vorbeigehen gar nicht aufgefallen. Also werfen wir noch einmal einen genaueren Blick auf das Iphöfer Rathaus.

Steigerwald Panoramaweg: Von Iphofen nach Abtswind

Dann geht es aber endlich los: durch das Rödelseer Tor verlassen wir Iphofen. Auf dem Steigerwald Panoramaweg erreichen wir schnell den Iphöfer Julius-Echter-Berg. Dort ist die Weinlese bereits in vollem Gange.

Steigerwald Panoramaweg: Weinlese am Iphöfer Julius-Echter-Berg
Steigerwald Panoramaweg: Weinlese am Iphöfer Julius-Echter-Berg

Oberhalb der Weinhänge verlassen wir den Steigerwald Panoramaweg wieder. Wir wandern stattdessen auf einem lokalen Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Halbtrockenrasen am Schwanberg. Der Weg führt uns nun an einem alten Steinbruch vorbei zum terroir f Punkt Iphofen.

Wegweiser der Traumrunde Rödelsee
Wegweiser der Traumrunde Rödelsee

Die terroir-f-Punkte markieren magische Orte im Weinland Franken. Der Aussichtsturm an der hiesigen Landmarke bietet uns trotz trüben Wetters einen guten Fernblick. Ein kleiner Stelengarten zeigt uns zudem die Mengen, die in den größten Weinländern der Welt produziert werden.

Nach einer kurzen Pause nutzen wir die TraumRunde Rödelsee – eine von 15 TraumRunden im Kitzinger Land – für unseren Aufstieg zum Schwanberg. Der steil ansteigende Weg führt uns am Naturschutzgebiet Frankfurter Brüche vorbei zum Aussichtspunkt Conradseck. Dort treffen wir dann auch wieder auf den Steigerwald Panoramaweg.

Der Dschungel im NSG Frankfurter Brüche bei Rödelsee
Der Dschungel im NSG Frankfurter Brüche bei Rödelsee

Wenig später erreichen wir den ehemaligen Adelssitz Schloss Schwanberg, der heute als Tagungsstätte und Geistliches Zentrum genutzt wird. Wir werfen einen kurzen Blick in den Innenhof der Anlage und laufen anschließend weiter zum Schlossgarten, wo wir kurz die Aussicht auf Rödelsee genießen.

Am Schloss vorbei geht es hinauf zum Neptunbrunnen im Schlosspark Schwanberg, einem acht Hektar großen Zeugnis der Gartenkunst des 20. Jahrhunderts. Alexander zu Castell-Rüdenhausen ließ hier eine Anlage errichten, die Elemente des klassischen Barockgartens und des englischen Landschaftsgartens verknüpft.

Steigerwald Panoramaweg: Der Innenhof des Schloss Schwanberg
Steigerwald Panoramaweg: Der Innenhof des Schloss Schwanberg

Wir laufen entlang der großen Parkachse und kommen am künstlich angelegten und verborgen im Wald liegenden See des „Prinzessinnenbad“ vorbei. Schließlich gelangen wir zum Monopteros, dem Grabmal der Schlossherren.

Steigerwald Panoramaweg: Namenstafel im Friedwald Schwanberg
Namenstafel im Friedwald

Hinter dem Schlosspark führt der Steigerwald Panoramaweg durch den Friedwald Schwanberg, einen evangelisch-lutherischen Friedhof für naturnahe Waldbestattungen. Kleine Namenstafeln an den Baumgrabstätten erinnern hier an die Verstorbenen und der ein oder andere Grabspruch lädt zum Verweilen ein.

Auf breiten Forstwegen und schmalen Pfaden geht es nun weiter durch den Wald Richtung Osten bis zu den Weinhängen des ländlichen Fürstensitzes Castell. Kurz hinter einem Lagerfeuerplatz entdecken wir am Waldrand noch eine Blindschleiche. Dann geht es durch die Rebstöcke hinauf zur alten Gerichtslinde.

Blindschleiche auf dem Steigerwald Panoramaweg
Blindschleiche auf dem Steigerwald Panoramaweg

Auf der TraumRunde Castell steigen wir kurz zum Ort hinab. Wir besichtigen die Schlosskirche St. Johannes, die kleine Museumsscheune sowie die Castell-Bank und das Schloss Castell. Der Ort wirkt recht verschlafen und wir finden auch keine Einkehrmöglichkeit. Deshalb machen wir uns auch recht bald wieder auf den Weg zurück zur Gerichtslinde.

Der Steigerwald Panoramaweg führt uns nun am Turm des Burgstalls Oberschloss vorbei in ein ausgedehntes Waldstück. Wir kommen an keltischen Hügelgräbern vorbei und kurz vor dem Abzweig nach Abtswind an eine Wegsperrung: Baumfällungen! Da es keine Alternativroute gibt und die Arbeiten für heute wohl schon beendet sind, laufen wir einfach weiter.

Steigerwald Panoramaweg: Pilze am Wegesrand
Steigerwald Panoramaweg: Pilze am Wegesrand

Über den Weinlehrgarten gelangen wir schließlich nach Abtswind, wo uns Pfefferminz- und andere Düfte der ortsansässigen Tee- und Gewürzfabrik begrüßen. Wir beziehen unser Quartier im Gasthof „Zur Schwane“ und beschließen den Abend bei fränkischen Spezialitäten im Gasthaus „Zur Ölmühle“.

Steigerwald Panoramaweg: Von Abtswind nach Ebrach

Steigerwald Panoramaweg: Pilze im Wald
Pilze im Wald

„Früh aufstehen“ heißt es am nächsten Morgen. Das Ziel unserer gut 20 Kilometer langen Etappe wollen wir bereits gegen Mittag erreichen, um am Nachmittag in aller Ruhe ein wenig Kultur zu tanken.

Wir verlassen Abtswind und wandern schnurstracks zurück zum Steigerwald Panoramaweg. Der Wind kommt aus nördlicher Richtung, deshalb sind die Geräusche der nahe gelegenen Autobahn A3 zunächst ein ständiger Begleiter. Durch den Wald geht es über Friedrichsberg auf Forstwegen und schmalen Pfaden hinab nach Gräfenneuses.

Steigerwald Panoramaweg: Zwischen Abtswind und Gräfenneuses
Steigerwald Panoramaweg: Zwischen Abtswind und Gräfenneuses

Schließlich queren wir die Autobahn und gelangen wenig später zu einem alten Kreuzstein. Wenige Meter weiter machen wir einen kurzen Abstecher in den Ort hinein. Gegenüber der Marienkapelle „Heilige Jungfrau Maria“ wollen wir uns kurz das Ilmbacher Tor anschauen.

Steigerwald Panoramaweg: Altes Steinkreuz bei Gräfenneuses
Steinkreuz bei Gräfenneuses

Das imposante dreiteilige Sandsteinportal eines Bauernhofs ist eines der letzten Überreste des Kartäuserkloster Ilmbach (1423-1803), das im Rahmen der Säkularisation zum Abbruch freigegeben wurde.

Nach unserem Abstecher geht es wieder bergauf zum Aussichtspunkt Glösberg. Es ist schon erstaunlich: Obwohl die Autobahn noch immer in Sichtweite liegt, ist vom Lärm der A3 nun absolut nichts mehr zu hören, und so können wir das herrliche Frankenpanorama in aller Ruhe genießen.

Steigerwald Panoramaweg: Aussichtspunkt Frankenpanorama bei Gräfenneuses
Steigerwald Panoramaweg: Aussichtspunkt Frankenpanorama bei Gräfenneuses

Mal auf einer Forststraße, aber meist auf menschenleeren Waldwegen geht es weiter. Nach gut fünf Kilometern durch den Wald erreichen wir schließlich das gerade einmal 35 Einwohner zählende Kleingressingen, wo wir eine kurze Pause einlegen.

Hinter dem Ort gelangen wir an einen kleinen Weiher und laufen dann durch offeneres Gelände entlang der Mittelebrach. An mehreren Weihern vorbei geht es nun durch das idyllische Naturschutzgebiet Weihergrund (siehe Titelbild dieses Beitrags).

Steigerwald Panoramaweg: Waldweg zwischen Gräfenneuses und Ebrach
Steigerwald Panoramaweg: Waldweg zwischen Gräfenneuses und Ebrach

Auf dem Weiherseeweg und am Campingplatz vorbei gelangen wir schließlich zur Bundesstraße B22. Hier verlassen wir den Steigerwald Panoramaweg und biegen rechts ab nach Ebrach, das bereits zum oberfränkischen Landkreis Bamberg gehört.

Gegen Mittag erreichen wir unser Tagesziel, den Ortskern von Ebrach. Auf der Terrasse der Bäckerei Oppel gönnen wir uns erst einmal einen kleinen Imbiss und dann geht auch schon weiter in den „Knast“.

Liste   

Information
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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Steigerwald Panoramaweg - Von Iphofen bis Gerolzhofen   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Die Nacht wollen wir nicht unbedingt in der Justizvollzugsanstalt Ebrach vollbringen, doch die im ehemaligen Kloster Ebrach untergebrachte Jugendstrafanstalt ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Mit Sprüchen wie „Kack ab“ wirkt die im Klosterhof ausgestellte Knastkunst der Häftlinge auf den ein oder anderen vielleicht nicht gerade einladend. Aber die hier festgehaltenen Jungs weisen uns freundlich den Weg zum Treffpunkt der um 13:45 Uhr stattfindenden Führung durch das Treppenhaus und den Kaisersaal des Klosters.

Steigerwald Panoramaweg: Knastkunst im Hof der JVA Ebrach
Steigerwald Panoramaweg: Knastkunst im Hof der JVA Ebrach

Die Führung erfolgt durch Mitarbeiter der JVA und das merkt man auch am Tonfall. Erst nach ein paar Minuten „Abschalten vom Knastalltag“ scheint unsere nette Führerin langsam ins Plaudern zu kommen.

Mehr und mehr in die Geschichte ihres Arbeitsplatzes eintauchend, erläutert sie uns, dass sich das Treppenhaus am Schloss Weissenstein orientiert. Und in der Tat: Die Wikipedia-Bilder des prächtigen Vorbilds erscheinen mit unseren Aufnahmen auf den ersten Blick nahezu identisch.

Steigerwald Panoramaweg: Der Kaisersaal der Klosteranlage Ebrach
Steigerwald Panoramaweg: Der Kaisersaal der Klosteranlage Ebrach

Auch der Kaisersaal, Veranstaltungsort des Ebracher Musiksommers, weiß zu begeistern. Der aufwändig restaurierte Festsaal, den der Kaiser nie sah, ist ein Meisterwerk barocker Raumkunst. Seine Größe und Ausführung entspricht in etwa den Sälen der Beethoven-Zeit.

Im Anschluss an unsere Führung lustwandeln wir durch den oberen und unteren Abteigarten der Anlage. Dabei kommen wir auch zum Marienturm, einem viergeschossigen Eckturm der Ummauerung des Kloster Ebrach.

Steigerwald Panoramaweg: Der Marienturm in Ebrach
Steigerwald Panoramaweg: Der Marienturm in Ebrach

Und natürlich besichtigen wir auch die ehemalige Abteikirche mit ihrer wundervollen Fensterrosette. Der Bau der dreischiffigen, gotischen Kirche begann im Jahr 1200. Besonders auffallend im Inneren ist ihre gelb-weiße Farbgestaltung.

Nicht versäumen sollte man den Abstecher in die 1134 geweihte Michaelskapelle am nördlichen Querhaus der Abteikirche (hinten, links vom Altar). Die Kapelle ist zwar romanisch verwurzelt, zeigt aber bereits frühgotische Elemente aus der Bausprache der Zisterzienser.

Steigerwald Panoramaweg: Die ehemalige Klosterkirche Ebrach
Steigerwald Panoramaweg: Die ehemalige Klosterkirche Ebrach

Nach unserem Rundgang trinken wir noch einen guten Schluck Wein im Speiselokal Achtziger. Dann beziehen wir schließlich unsere Unterkunft in der Gaststätte „Zum Alten Bahnhof“. Der Schlüssel ist für uns hinterlegt, aber heute ist Ruhetag. So besuchen wir zum Abendessen noch die Pizzeria Tre Colori hinter dem Bamberger Tor.

Steigerwald Panoramaweg: Von Ebrach nach Gerolzhofen

Steigerwald Panoramaweg: In der Kletterröhre am Baumwipfelpfad Steigerwald
Kletterröhre am Baumwipfelpfad

Ebrach kann nicht nur Knast & Kultur, sondern auch Natur – und das sogar aus einer komplett anderen Perspektive! Deshalb lassen wir den Steigerwald Panoramaweg am nächsten Morgen erst einmal rechts liegen. Stattdessen wandern wir entlang der am frühen Morgen nur wenig befahrenen Bundesstraße B22 zum Baumwipfelpfad Steigerwald.

Wir haben schon einige Baumwipfelpfade besucht – mit Naturseilen auf Borneo und auch im bayrischen Wald oder in Thüringen. Dieser hier hat uns aber besonders gut gefallen. Nicht unbedingt wegen der Aussicht, doch Kletterröhren und Spielstationen machen den Baumwipfelpfad für Kids und Junggebliebene zu einem echten Erlebnis.

Steigerwald Panoramaweg: Der 42 Meter hohe Aussichtssturm im Baumwipfelpfad
Steigerwald Panoramaweg: Der 42 Meter hohe Aussichtssturm im Baumwipfelpfad

In aller Frühe waren wir auch noch recht ungestört. So konnten wir am Fuße des Aussichtsturms in aller Ruhe das Macho-Gehabe der Hirsche sowie Mittelspecht und andere Vogelarten beobachten. Info-Stationen verraten uns dabei auch Details zum Steigerwald, zur Holznutzung und Jagd sowie zum Waldnaturschutz.

Am Ende unserer Runde darf natürlich auch ein Besuch im Streichelgehege nicht fehlen. Die Quessantschafe sind zwar nicht all zu zutraulich, doch dafür zeigen sich die Zwergziegen um so verschmuster.

Steigerwald Panoramaweg: Quessantschaf im Streichelgehege des Baumwipfelpfads
Steigerwald Panoramaweg: Quessantschaf im Streichelgehege des Baumwipfelpfads

Vom Streichelgehege wandern wir auf direktem Weg hinunter zum Handthaler Graben. Hier treffen wir wieder auf den Steigerwald Panoramaweg, der uns nun durch den Feuchtbereich im Handthalgrund und die Buchenwälder des Naturwaldreservats Waldhaus führt.

Aufgrund der Wegführung bekommt man von den Weihern nicht all zu viel zu sehen. Nach dem Feuchgebiet wurde der Weg auch etwas verlegt, so dass man nun gut einen Kilometer schnurstracks geradeaus wandert. Hinter der Kreuzung mit dem Fledermauspfad, der auch zu einem der Steigerwald-Trekkingplätze führt, wird der Weg dann aber wieder interessanter.

Steigerwald Panoramaweg: Im Feuchtbereich Handthalgrund
Steigerwald Panoramaweg: Im Feuchtbereich Handthalgrund

Auf schmalen Pfaden und Forstwegen geht es nun zur 14 Nothelfer-Kapelle in den Weinhängen des „Hörnle“ genannten Oberschwarzacher Herrenberg. Von hier aus bieten sich uns noch einmal weite Ausblicke ins westliche und zentrale Unterfranken. Dann geht es oberhalb der Weinberge und am Waldrand entlang weiter Richtung Handthal.

Kurz vor dem Ort machen wir noch einmal Halt im Steigerwald-Zentrum. Hier versucht man, das Thema Nachhaltigkeit am Beispiel der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung erlebbar zu machen. Erschreckend: Fotos dokumentieren hier die durch den trockenen Sommer verursachten Baumschäden auf den umliegenden Hängen.

Steigerwald Panoramaweg: Rote Weintrauben kurz vor der Ernte
Steigerwald Panoramaweg: Rote Weintrauben kurz vor der Ernte

Der idyllische Winzerort Handthal wird dominiert von den Weinhängen des markanten Stollberg (476 m ü. NHN). Die hübsche Magdalenenkirche in der Ortsmitte lässt sich wegen Renovierungsarbeiten leider nicht besichtigen, deshalb machen wir uns gleich an den Aufstieg.

Mitten im höchsten Weinberg Frankens ist noch einmal eine kurze Pause angesagt. Der Blick ins Tal ist einfach zu schön, und so schmuggeln wir uns auf die Terrasse der Gaststube Stollburg. Hier wird heute eigentlich nur eine geschlossene Gesellschaft bewirtet. Der Kellner hat aber doch ein Erbarmen, und so gibt es auch für uns einen „Bremser“ mit Aussicht.

Steigerwald Panoramaweg: Die Weinhänge am Stollberg in Handthal
Steigerwald Panoramaweg: Die Weinhänge am Stollberg in Handthal

Nach der kurzen Rast sind es nur wenige Meter bis zum terroir f Punkt Handthal. Hier geht es noch einmal steil bergan zur Stollburg hinauf. Das Geländer am Wegrand, bringt uns dabei Schritt für Schritt die über 8.000 Jahre alte Geschichte des Weins näher.

Die Stollburg, auf der angeblich der Minnesänger Walther von der Vogelweide geboren wurde, sieht von Weiten imposanter aus als aus der Nähe. Erhalten geblieben ist im Grunde nur ein 14 Meter hoher Rest des achteckigen Bergfrieds mit seinen starken Mauern.

Steigerwald Panoramaweg: Die Burgruine Stollburg oberhalb von Handthal
Steigerwald Panoramaweg: Die Burgruine Stollburg oberhalb von Handthal

Normalerweise führt diese Etappe des Steigerwald Panoramawegs bis Michelau im Steigerwald. Dort gibt es aber keine Unterkünfte gibt. Deshalb wandern wir durch das nun folgende Waldstück nur bis zur Klinik im Steigerwald. Dort nutzen wir einen Zuweg nach Gerolzhofen.

An der Statue des heiligen Franziskus am „Alten Berg“ bieten sich uns von der Weinbergslage „Wiebelsberger Dachs“ aus noch einmal schöne Weitblicke ins Tal. Ab dem Naturschutzgebiet Dolinen im Mahlholz geht es dann aber auf Feldwegen und später entlang einer Bundesstraße hinab in die Stadt.

Steigerwald Panoramaweg: Baumgigant kurz vor Gerolzhofen
Steigerwald Panoramaweg: Baumgigant kurz vor Gerolzhofen

In Gerolzhofen machen wir zum Abschluss noch einen Rundgang durch die Altstadt. Wir laufen zum Marktplatz mit der Pfarrkirche Maria vom Rosenkranz, besichtigen den Eulenturm, das ehemalige Vogteigefängnis, und kommen auf dem Rückweg auch noch am „Weißen Turm“ vorbei.

Am ehemaligen Eiskeller erfahren wir dann auch, dass Gerolzhofen keine Weinstadt ist. Im 19. Jahrhundert gab es hier noch mindestens elf Brauereien. Und so gönnen wir uns in unserem Quartier, dem Hotel Tor zum Steigerwald, dann auch erst mal ein Bierchen – und das obwohl es in Gerolzhofen schon längst keine Brauerei mehr gibt.

Steigerwald Panoramaweg: Die Pfarrkirche Maria vom Rosenkranz in Gerolzhofen
Steigerwald Panoramaweg: Die Pfarrkirche Maria vom Rosenkranz in Gerolzhofen

Reisetipp: Der Dorfschätze-Express

Der Dorfschätze-Express verbindet die nördlich von Iphofen gelegenen Weinorte. Direkt oder nahe am Steigerwald Panoramaweg hält der Bus in Iphofen, am Schwanberg, sowie in Castell und Abtswind. Die Frei­zeit­li­ni­e 108 (Fränkisches Weinland 1) des Ver­kehrs­ver­bund Groß­raum Nürn­berg verkehrt aber nur am Wochenende sowie an Feiertagen im Zeitraum vom 1. Mai bis 1. No­vem­ber. Zwischen Castell und Abtswind fahren die VGN-Buslinien 8111 und 8115. Ebrach ist von Abtswind aus über Wiesentheid erreichbar. Details zum ÖPNV rund um Gerolzhofen hält das Landratsamt Schweinfurt bereit.

Steigerwald Panoramaweg

Steigerwald Panoramaweg Wegzeichen

Der 2009 eröffnete Steigerwald Panoramaweg beginnt im mittelfränkischen Bad Windsheim und endet in Oberfranken am Michelsberg bei Bamberg. Fernwanderer gelangen auf diesem Weg zwischen den Haßbergen und der Frankenhöhe vom Weinland Franken durch den Naturpark Steigerwald bis ins Bierland Franken. Unterwegs locken auf dem Qualitätsweg Wanderbares Deutschland Kirchenburgen, Schlösser und Klöster, urige Heckenwirtschaften und ein Baumwipfelpfad.

Der Weg ist offiziell 161 Kilometer lang und wird meist in neun Etappen begangen. Aufgrund diverser Besichtigungen und zusätzlichen Strecken zu Unterkünften sollten Wanderer aber ein paar Kilometer mehr einplanen und mit Etappenlängen von 20 bis 25 Kilometern pro Tag rechnen. Wir kamen bei unserer Herbstwanderung zur Weinernte auf rund 213 Kilometer sowie 4240 Höhenmeter im Aufstieg und 4320 Höhenmeter im Abstieg.

Rother-Wanderführer Steigerwald
© Bergverlag Rother

Buchtipp

Steigerwald
von Anette Köhler und Stefan Herbke
ISBN 978-3-7633-4270-9

Speziell für den Steigerwald Panoramaweg gibt es wohl keinen Wanderführer. Deshalb waren wir auch nur mit der kostenlosen Wanderbroschüre unterwegs. Zusätzlich nutzten wir GPX-Daten für die Navigation am Smartphone. Einige Abschnitte des Wegs beschreibt aber auch der Rother Wanderführer Steigerwald mit Haßbergen und Frankenhöhe. Für alle, die öfters in der Region unterwegs sind, ist das Buch auf jeden Fall einen Blick wert. Die Autoren, Anette Köhler und Stefan Herbke, stellen insgesamt 50 Touren vor. Dabei geht es nicht nur durch den Steigerwald, sondern auch zum Naturpark Frankenhöhe und in die Region zwischen Schweinfurt und Bamberg.

Die Beschreibungen der Touren umfassen alle Infos zum Wegverlauf und die üblichen Wanderzeiten. Ein Höhenprofil und topografische Karten im Maßstab 1:100.000 bieten dabei einen guten Überblick über das Gelände. Tipps zu Einkehrmöglichkeiten gibt es auch, doch ohne Öffnungszeiten, Rufnummern und Webadressen. Nicht einmal die Namen der Gasthäuser verraten uns die beiden Autoren.

Linktipp

Werbung & Transparenz: Ich danke dem Tourismusverband Franken e.V., der unsere Wanderung mit der Übernahme von Anreise, Übernachtungen und Verpflegung unterstützt hat. Meine Meinung und Berichterstattung bleiben davon unbeeinflusst! Werbelinks sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Wenn du auf einen dieser Provisions-Links (Affiliate-Links) klickst und über diesen Link einkaufst, erhält HappyHiker eine geringe Provision. Für dich fallen dabei keine Extra-Kosten an. Weitere Infos …

2 Gedanken zu „Steigerwald Panoramaweg – Von Iphofen bis Gerolzhofen“

  1. Anmerkung zu Gerolzhofen
    Hotel – Gasthof Tor zum Steigerwald
    Gerne führen wir auch einen Transfer nach Michelau oder zur Klinik am Steigerwald durch. Unser Biergarten unter alten Kastanien lädt bei einheimischen Bieren, welche wir ausschließlich von kleinen Brauereien beziehen, Weine von fränkischen Winzern aus dem Steigerwald und von der Mainschleife und einer vorzüglichen Küche, welche vorwiegend mit heimischen Produkten arbeitet, jederzeit gerne ein. Ein Nacht in unserem Hause und ein Besuch im gegenüberliegenden Geomaris sorgen für die benötigte Entspannung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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