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Wander-Wochenende auf dem Altmühltal-Panoramaweg

Der rund 200 Kilometer lange Altmühltal-Panoramaweg führt von Gunzenhausen bis Kelheim. Der Abschnitt zwischen Treuchtlingen und Eichstätt mit fantastischen Felsformationen und diversen Burgen bietet sich dabei für eine schöne Wochenend-Wanderung an.

Der 2004/2005 eröffnete Altmühltal-Panoramaweg stand schon länger auf unserer ToDo-Liste. Der 200 Kilometer lange Fernwanderweg entlang der Altmühl lockt mit einem interessanten Mix aus Natur und Kultur, schönen Zelt- und Campingplätzen und ist aus dem Großraum München-Ingolstadt-Nürnberg schnell per Bahn erreicht – ideal also für ein verlängertes Wochenende.

Wegmarkierung des Altmühltal-Panoramawegs

Wegmarkierung des Altmühltal-Panoramawegs

Der Altmühltal-Panoramaweg

Etwas skeptisch waren wir schon, denn der Altmühltal-Panoramaweg ist als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert und zudem einer der „Top Trails of Germany“. Auf unserer Tour trafen wir allerdings trotzdem nicht auf die befürchteten Wandermassen.

Die Top Trails of Germany sind ein Zusammenschluss von 15 deutschen Spitzenwanderwegen

Die Top Trails of Germany sind ein Zusammenschluss von 15 deutschen Spitzenwanderwegen

Im Gegenteil: Während sich auf dem Fluss massenweise Paddler tummelten und auch der Altmühltal-Radweg gut befahren war, begegneten wir auf unserer Wochenend-Tour im August 2016 nur äußerst selten anderen Wanderern.

Der von uns gewählte, offiziell 48 Kilometer lange Abschnitt von Treuchtlingen bis Eichstätt lässt sich bei entsprechender Fitness sicher auch in zwei Tagen wandern. Wer allerdings – so wie wir – drei Tage einplant, der hat vor Ort auch noch ausreichend Zeit, die ein oder andere Burg zu erklimmen, eines der Fossilien-Museen zu besichtigen oder selbst im Steinbruch nach Versteinerungen zu suchen.

Von Treuchtlingen bis Solnhofen

Unsere Bahnfahrt von München nach Treuchtlingen dauerte weniger als zwei Stunden. Vom Bahnhof der mittelfränkischen Kleinstadt sind es dann nur gut 400 Meter, bis man im Zentrum auf den Altmühltal-Panoramaweg stößt.

Kurz hinter dem Bootsanlegeplatz von Treuchtlingen geht es zunächst an der Burgstallquelle (kein Trinkwasser) vorbei den Berg hinauf in ein Waldstück mit mehreren Rastplätzen und Schutzhütten. Sobald der Wanderweg aus dem Wald herausführt, läuft man dann am Altmühlufer entlang und später über die Felder bis nach Dietfurt, einem Ortsteil von Treuchtlingen. Hier geht es steil zum Galgenberg hinauf, wo Wanderer erst einmal ein wenig verschnaufen und den Ausblick von der Terrasse des örtlichen Sportvereins genießen können.

Von der Burg Pappenheim hat man einen schönen Blick auf das Altmühltal

Von der Burg Pappenheim hat man einen schönen Blick auf das Altmühltal

Nach weiteren vier Kilometern durch bewaldetes Gebiet gelangt man über einen Steig nach Pappenheim hinein. Hier lohnt es sich, einen weiteren Zwischenstopp einzulegen und durch das obere Tor bis zur Burg Pappenheim hinaufzugehen, denn der trutzige Bergfried der Anlage bietet einen wunderbaren Ausblick über das Altmühltal.

Durch die historische Altstadt geht es anschließend am Sportplatz vorbei hinauf, zu den Trockenwiesen des Zimmerer Hangs. Inmitten des Halbtrockenrasens gedeihen Wacholderbüsche, Sand-Thymian, wilder Dost und viele weitere Pflanzen, die Trockenheit und Wärme lieben. Hinter Zimmern überquert der Altmühltal-Panoramaweg eine Straße, um dann durch Wald und an einem Wildgehege vorbei bis nach Solnhofen zu führen. Wir haben hier unsere erste Wanderetappe beendet und auf dem Campingplatz Aktivmühle unser Zelt am Flussufer aufgeschlagen.

Die Trockenwiesen am Zimmerer Hang

Die Trockenwiesen am Zimmerer Hang

Von Solnhofen bis Dollnstein

Solnhofener Plattenkalk mit versteinerten Pflanzen

Solnhofener Plattenkalk mit versteinerten Pflanzen

Bevor man Solnhofen in Richtung Dollnstein verlässt, ist auf jeden Fall ein Besuch im Fossilien-Museum empfehlenswert. Die Sammlung mit Fundstücken des jurazeitlichen Solnhofenarchipels zeigt nicht nur versteinerte Pflanzen, Fische und Wirbellose, die hier vor 150 Millionen Jahren lebten, sondern auch gleich zwei Originale des Urvogels Archaeopteryx lithographica. Einen sehr schönen Einblick in die Ausstellung bietet Sonja in ihrem Blog „Into the Blue“ und mit ein wenig Glück findet Ihr auf der anschließenden Wanderung sogar selbst ein Bruchstück des Solnhofener Plattenkalks mit einer kleinen Versteinerung.

Kurz nachdem der Altmühltal-Panoramaweg Solnhofen verlässt, gelangt der Wanderer auf dem Weg nach Eßlingen in ein Naturschutzgebiet mit der Hauptattraktion des Tages: die mächtigen Felstürme der „Zwölf Apostel“. Was Ihr hier vor Augen habt, sind die Reste eines Riffgürtels im tropischen Jurameer. Das aus Schwamm-Algen-Kalken aufgebaute Gestein ver­wittert langsamer und so entstand hier durch Erosion diese freistehende Felsformation.

Die Felsformation „Zwölf Apostel“ zwischen Solnhofen und Eßlingen

Die Felsformation „Zwölf Apostel“ zwischen Solnhofen und Eßlingen

Hinter Eßlingen wechselt der Altmühltal-Panoramaweg auf die andere Flussseite, führt hinauf zum Betriebsgelände der Solnhofen Stone Group und dann weitab der Altmühl hinab nach Mörnsheim. Beim Aufstieg auf der anderen Seite des Ortes lassen sich hier noch die Überreste einer Burgruine besichtigen, bevor der Wanderweg bei Altendorf wieder auf die Altmühl stößt. Dort wechselt der Wanderweg erneut die Flussseite und wenig später ist der Zeltplatz Hammermühle erreicht, wo wir auf eine Johannisbeer-Schorle eingekehrt sind.

Bis Dollnstein, dem Ziel dieser Tagesetappe, sind es nun nur noch rund sechs Kilometer. Der Weg steigt zunächst wieder an und führt dann über eine Leite hinab zum Bootsrastplatz Hagenacker. Beim Abstieg durch die Leite, hatten wir noch das Glück, eine wunderschöne Blindschleiche zu entdecken. Flussnah geht es schließlich weiter bis Dollnstein, wo wir auf dem Campingplatz nahe der Brücke eine weitere Nacht gezeltet haben.

Blindschleiche in der Leite nach Hagenacker

Blindschleiche in der Leite nach Hagenacker

Von Dollnstein bis Eichstätt

Die letzte Etappe unserer 3-Tages-Wanderung führte am Maderfelsen und Burgsteinfelsen vorbei, zunächst nach Breitenfurt. Wenig später kommt der Wanderweg wieder direkt an das Altmühlufer, wo Schuster’s Brotzeitwagen zur Einkehr lädt. Anschließend geht es an Obereichstätt vorbei und dann steil den Berg hinauf zur wohl längsten Rastbank Deutschlands (36,5 Meter).

Nach einer kurzen Pause und der Umrundung einer Pferdekoppel bietet das Museum Bergér eine weitere Möglichkeit, Fossilienfunde zu besichtigen. Wer lieber selbst nach Versteinerungen suchen möchte, der kann wenig später im Steinbruch für Fossiliensammler den Hammer schwingen. Das entsprechende Werkzeug lässt sich vor Ort ausleihen.

Die wohl längste Rastbank Deutschlands misst 36,5 Meter

Die wohl längste Rastbank Deutschlands misst 36,5 Meter

Kurz hinter dem Steinbruch zeigt sich dann erstmals das Ziel unserer Wanderung: Die barocke Kreisstadt Eichstätt mit ihrer alles überragenden Willibaldsburg. Doch auch wenn das Ziel zum Greifen nah erscheint, bis Eichstätt sind es noch immer einige Kilometer, auf denen der Altmühltal-Panoramaweg zudem die meisten Höhenmeter des Tages macht.

Hat man den Ort endlich erreicht, bietet sich ein Bummel durch die schmucke Altstadt an. Wer sich dabei zu lange die Zeit vertreibt, der kann anschließend mit der Bayerische Regiobahn vom Stadtbahnhof Eichstätt zum Bahnhof Eichstätt an der DB-Strecke Nürnberg-Ingolstadt-München fahren. Wir haben stattdessen auch hier den Fußmarsch angetreten und sind auf dem städtischen Rundwanderweg 1 über den kleinen Flugplatz Eichstätt und an einer alten Lindenallee vorbei zum Bahnhof gelaufen. Den Altmühltal-Panoramaweg von Eichstätt bis Beilngries sind wir dann knapp einen Monat später als 3-Tages-Wanderung gelaufen. Wer mehr Zeit oder eine längere Anreise hat, der kann diese beiden Abschnitte auch sehr schön zu einem einwöchigen Wander-Kurzurlaub kombinieren.

Unser Wanderziel: Eichstätt mit der mächtigen Willibaldsburg

Unser Wanderziel: Eichstätt mit der mächtigen Willibaldsburg

An- und Abreise per Bahn

Der Altmühltal-Panoramaweg lässt sich gut mit der Bahn erreichen

Der Altmühltal-Panoramaweg lässt sich gut mit der Bahn erreichen

Treuchtlingen, Pappenheim, Solnhofen, Dollnstein und Eichstätt lassen sich problemlos mit der Deutschen Bahn AG erreichen. Da die Züge tagsüber im Stundentakt verkehren, lässt sich die hier beschriebene Wanderung auch gut mit einem festem Quartier und Zugzubringer zu den jeweiligen Tagesetappen realisieren.

Treuchtlingen, der Startort unserer 3-Tages-Wanderung, ist von München aus mit der Regionalbahn der DB in weniger als zwei Stunden erreicht, von Nürnberg dauert die Fahrt nur halb so lang. „Eichstätt Bahnhof“, das Ziel dieser Wanderung, liegt etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt. Anschluss an den Haltepunkt „Eichstätt Stadt“ bietet die Bayerische Regiobahn GmbH. Für ein Wanderwochenende mit der Bahn bietet sich bei der An- und Abreise innerhalb Bayerns neben dem Bayern-Ticket auch das etwas günstigere Regio-Ticket München-Nürnberg an.

Altmühltal Panoramaweg

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Buchtipp

Altmühltal-PanoramawegWanderführer Altmühltal-Panoramaweg
von Michael Hennemann (ISBN 978-3-86686-347-7)
Wir hatten wieder einmal einen Wanderführer aus dem Conrad Stein Verlag im Rucksack. Der zuverlässige kleine Führer beschreibt den Streckenverlauf des Altmühltal-Panoramawegs und alle Sehenswürdigkeiten am Wegesrand recht genau. Für ein Wanderwochenende zwischen Treuchtlingen und Eichstätt würden die kostenlosen Broschüren des Informationszentrums Naturpark Altmühltal aber auch genügen.

Linktipp

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2 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag und tolle Fotos 🙂 Sieht aus, als hättet ihr Spaß gehabt 😉

    • Bei dem tollen Wetter hatten wir jede Menge Spaß. Das nächste Wochenende auf dem Altmühltal-Panoramaweg (dann von Eichstätt bis Beilngries) ist bereits fest eingeplant …

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