Westweg – Über den Belchen und Blauen bis Basel wandern

Der Westweg führt uns auf dem letzten Abschnitt über alpine Steige auf den Belchen, den schönsten Aussichtsgipfel im Schwarzwald. Durch die Wolfsschlucht gelangen wir in die Weinberge des Markgräflerland, besichtigen die imposante Burg Rötteln und erreichen schließlich Basel.

Westweg: Im Nebel durch den Wald am Trubelsmattkopf
Westweg: Im Wald am Trubelsmattkopf

Endspurt auf dem Westweg! Na ja: „Endspurt“ stimmt nicht so ganz, denn auf den letzten Kilometern lassen wir es etwas geruhsamer angehen. Aus drei Etappen machen wir vier. Auf diese Weise ersparen wir uns Etappen mit mehr als 30 Kilometern und haben etwas mehr Zeit am schönsten Aussichtsberg des 285 Kilometer langen Schwarzwald-Höhenwegs.

Unsere Rechnung geht nicht ganz auf. Schon beim Frühstück im Vitalhotel Grüner Baum ist klar: Heute wird es nasskalt und nebelig. Die Aussicht auf schöne Aussichten scheint da nicht all zu groß. Wir geben die Hoffnung trotzdem nicht auf. Frisch gestärkt nutzen wir erstmals unsere KONUS Gästekarte, um mit dem Bus von Muggenbrunn zum Notschrei am Westweg zu fahren.

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Lf Hiker | E.Pointal contributor

Westweg - Etappe 11 bis 13   

Profil

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimale Höhe: Keine Daten
Maximale Höhe: Keine Daten
Höhenmeter (aufwärts): Keine Daten
Höhenmeter (abwärts): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Der Notschreipass verdankt seinen Namen übrigens dem Notschrei der unter Hunger und Arbeitslosigkeit leidenden Todtnauer Bevölkerung. Wiederholt forderte sie eine Anbindung an den Breisgau. Nach 30-jährigen Bitten wurde die Straße von Todtnau nach Oberried aber erst 1848 fertiggestellt.

Vom Notschrei über den Belchen zum Haldenhof (Westweg Etappe 11)

Westweg: Abzweig am Hörnle
Westweg: Abzweig am Hörnle

Einen „Notschrei“ können wir uns am Notschreipass (1120 m ü. NHN) gerade noch verkneifen. Das Wetter sieht hier nämlich nicht besser aus als unten in Muggenbrunn. Im Gegenteil: Zum Start unserer Panorama-Etappe über den Belchen erwartet uns nun auch noch leichter Nieselregen auf dem Westweg.

Auf dem breiten Notschreiweg erreichen wir schnell die Hochmoore im Langenbachtal. Das Tal gehört zum Naturschutzgebiet Langenbach-Trubelsbach, in dem noch das Schwarzwald-Auerhuhn leben soll. Der Regen lässt etwas nach, doch rund um den Trubelsmattkopf (1281 m ü. NHN) ist der Nebel stellenweise so dicht, dass mich Susi nur noch schemenhaft erahnen kann, obwohl ich gerade einmal 20 Meter vor ihr laufe.

Westweg: Dichter Nebel auf den Weiden am Hörnle
Westweg: Dichter Nebel auf den Weiden am Hörnle

Kurz vor dem Hörnle (1187 m ü. NHN) lassen wir den Wald hinter uns und erreichen das Naturschutzgebiet Wiedener Weidberge. Blökende Rinder weisen uns nun wie Nebelhörner den Weg und aus den Bäumen am Weiderand steigen Scharen von Greifvögeln auf, die vergeblich die Thermik suchen.

Am Wiedener Eck (1035 m ü. NHN) erwarten uns das gleichnamige Berghotel und ein weiteres Westweg-Portal. Die Aussicht hinab ins Münstertal lässt sich heute allerdings nur erahnen. Wir füllen unsere Westweg-Stempelkarten und schwenken ohne längere Rast auf den Belchensteig ein.

Westweg: Dichter Nebel im Aufstieg zum Belchen
Westweg: Dichter Nebel im Aufstieg zum Belchen

Deutschlands schönster Wanderweg 2020 führt uns nun ins Naturschutzgebiet Belchen. Rund um den Heidstein geht es auf weichen Waldwegen sanft ansteigend zur Krinne (1117 m ü. NHN). Dann wird der Weg zu einem alpinen Steig, der uns in Serpentinen zur waldfreien Hochfläche am Belchen bringt.

Der Wind bläst kräftig und der Gipfel des Belchen (1414 m ü. NHN) liegt in dichtem Nebel. Deshalb wechseln wir am Waldrand nicht wie geplant auf den Entdeckungspfad „Belchen“ (Belchen-Rundweg) hinauf zum Gipfelkreuz, sondern folgen dem Westweg zur Bergstation der Belchen-Seilbahn.

Westweg: Die letzten Meter im Aufstieg zur Belchen-Gipfelkuppe
Westweg: Die letzten Meter im Aufstieg zur Belchen-Gipfelkuppe

Im historischen Belchenhaus, dem mit 1350 m ü. NHN höchstgelegenen Gasthaus Baden-Württembergs, wollen wir uns ein wenig aufwärmen und pünktlich zum Herbstbeginn schon mal die Glühwein-Saison eröffnen. Glühwein gibt es dann zwar nicht, aber ein Irish Coffee tut es ja auch …

Nach unserer kleinen Rast erwartet uns draußen immer noch ein tristes Grau in Grau. Im dichten Nebel zum Gipfelkreuz hinauf? Da machen wir uns lieber gleich an den Abstieg. Bis zum Wiesentalblick ringen wir noch mit uns, streichen dann aber endgültig den geplanten Abstecher zum Belchengipfel.

Westweg: Aussicht vom Belchen ins Kleine und Große Wiesental
Westweg: Aussicht vom Belchen ins Kleine und Große Wiesental

Wahrscheinlich hätten wir dem Belchen-Rundweg doch noch eine Chance geben sollen. Im Abstieg bietet uns der schönste Aussichtsberg des Schwarzwalds nämlich noch einen versöhnlichen Eindruck seines Panoramablicks.

Kurz hinter dem Rapsfelsen (1328 m ü. NHN) erhaschen wir erstmals einen Blick ins Tal. Im Abstieg durch den felsigen Steilhang beim Hohen Kelch (1264 m ü. NHN) zeigt sich dann das erste Blau am Himmel. Und beim Aussichtspunkt am Lünzmannplatz lacht schließlich sogar die Sonne.

Westweg: Steiler Abstieg vom Belchen
Westweg: Steiler Abstieg vom Belchen

Wenig später entdecken wir an der alten Grenzmauer (1090 m ü. NHN) einen der Grenzsteine aus dem Jahr 1790. Diese markierten am Belchen seinerzeit die Grenze zwischen dem habsburgischen Vorderösterreich im Norden und der Markgrafschaft Baden im Süden des Gipfels.

Noch mehr Heimatgeschichte aus dem Münstertal erwartet uns an der Dekan-Strohmeyer-Gedächtniskapelle auf dem Heubronner Eck. Das kleine Kirchengebäude erinnert an Willibald Strohmeyer, der hier wenige Tage vor Kriegsende von einem SS-Kommando erschossen wurde.

Westweg: Grenzstein an der alten Grenzmauer
Westweg: Grenzstein an der alten Grenzmauer

Bis zu unserem Tagesziel, dem Berggasthof Haldenhof, ist es nun nicht mehr weit. Im Biergarten der urigen Unterkunft genießen wir noch ein wenig die letzten Sonnenstrahlen und die Aussicht ins Tal. Schließlich geht’s dann aber unter die warme Dusche und zu einem vorzüglichen Abendessen.

Vom Haldenhof auf den Blauen und in die Wolfsschlucht (Westweg Etappe 12)

Westweg: Stühlchen an der Stühle-Hütte
Stühlchen an der Stühle-Hütte

Mit fast 27 Kilometern ist die heutige Tagesetappe wieder etwas länger. Am Weiherfelsen vorbei führt uns der Westweg zunächst vom Haldenhof (910 m ü. NHN) zum Sirnitzpass hinauf (1079 m ü. NHN, auch Kreuzweg genannt). Dann geht es deutlich gemütlicher und ohne weitere Anstiege auf schmalen Pfaden durch den Wald.

Wir queren den Klemmbach, wandern am Raukopf (1071 m ü. NHN) vorbei und erreichen die idyllisch gelegene Stühle-Hütte, in der man sicher auch ganz gut übernachten kann. Eben geht es weiter, bis der Westweg kurz vor dem Egerten-Sattel (925 m ü. NHN) an Höhe verliert.

Westweg: Der Aufstieg aus dem Kleinen Wiesental
Westweg: Der Aufstieg aus dem Kleinen Wiesental

Nun beginnt der Aufstieg zum letzten Aussichtsberg am Westweg. Am Stockberg vorbei und über den Fischerbrunn Sattel stehen noch einmal rund 240 Höhenmeter an. Über die Nordflanke erreichen wir schließlich den Blauen oder Hochblauen (1165 m ü. NHN) am Westrand des südlichen Schwarzwalds.

Im Gipfelbereich gibt es neben dem Berghaus Hochblauen, das im Januar 2020 auf unbestimmte Zeit geschlossen hat, noch einen Fernmeldeturm und den Blauenturm. Bei klarer Sicht kann man von diesem Aussichtsturm des Schwarzwaldvereins sogar schon Basel erkennen.

Westweg: Blick vom Blauen auf Marzell im Osten
Westweg: Blick vom Blauen auf Marzell im Osten

Ganz so weit reicht der Blick heute nicht, trotzdem verweilen wir ein wenig und genießen den herrlichen Blick auf die Rheinebene im Westen und Marzell im Osten. Dann geht es aber endgültig bergab und an einer skurrilen Felsformation vorbei machen wir uns auf den Weg zum Hexenplatz (843 m ü. NHN).

Dort erinnert ein kleiner Gedenkstein an André Boulloche. Der französische Politiker befand sich 1978 an Bord eines Flugzeugs, dass hier nach einem missglückten Landeanflug am Flughafen Basel-Mülhausen aufprallte.

Westweg: Felsformation im Abstieg vom Blauen
Westweg: Felsformation im Abstieg vom Blauen

Auf dem breiten Hexenplatzweg wandern wir durch den Wald hinab zum Gümpen (760 m ü. NHN) und Lindenbückle (653 m ü. NHN). Einen Kilometer dahinter erreichen wir über eine kleine Treppe die Sausenburg, die einstige Stammburg der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg.

Das imposanteste Überbleibsel der Höhenburg ist der 19 Meter hohe Bergfried mit seinen bis zu 2,70 Meter dicken Mauern. Von dessen Plattform aus ist auch Schloss Bürgeln zu sehen. Uns bleibt dieser Blick allerdings verwehrt, denn der Aussichtsturm ist wegen baulicher Mängel seit August 2020 gesperrt.

Westweg: Der Bergfried der Sausenburg
Westweg: Der Bergfried der Sausenburg

Durch den Wald geht es weiter bergab und wir kommen zur Langenebene-Hütte. Besser gesagt: Zu dem, was von dieser Hütte nach einer Brandstiftung im März 2020 noch übrig ist. Hoffentlich sind die Bemühungen um den Wiederaufbau der Hütte, die sich auch für Übernachtungen eignete, erfolgreich.

Kandern ist dann schließlich schneller erreicht als gedacht. Nach rund 20 Wanderkilometern legen wir am Blumenplatz, dem von klassizistischen Reihenhäusern des 19. Jahrhunderts umrahmten Marktplatz der Stadt, erst einmal ein Päuschen ein und trinken ein alkoholfreies Weißbier.

Westweg: Blick auf Kandern
Westweg: Blick auf Kandern

Dann geht es an der alten Papiermühle vorbei, dem Geburtshaus des Kaisers von Kalifornien, aus der Stadt hinaus. Wir kreuzen die Bahnstrecke der historischen Kandertalbahn und gelangen wieder auf schmale Pfade.

Am Hang der Kander bilden 160 Millionen Jahre alte Formationen aus dem Korallenkalk des Jurameers nun die wildromantische Wolfsschlucht. Die hohen, moosbewachsenen Felsen rücken hier stellenweise bis auf wenige Meter zusammen. Am Ausgang der Schlucht erkunden wir auch das sagenumwobene Brudersloch, das ein Klosterbruder wohl einst als Eremitage nutzte.

Hinter der Wolfschlucht wird es schon fast ein wenig schweizerisch. In Hammerstein kreuzen wir erneut die Trasse der Kandertalbahn und kommen am Bahnhöfli vorbei. Dann geht es noch einmal bergauf nach Egisholz.

Der Himmel verfinstert sich zusehends und so geben wir in den ersten Weinbergen des Markgräflerland ein wenig Gas. Angebaut wird hier der Gutedel, eine der weltweit ältesten Rebsorten. Ab und an nehmen wir uns trotz des herannahenden Unwetters die Zeit, ein wenig von den Trauben zu naschen.

Westweg: Gutedel-Weinreben bei Kandern-Wollbach
Westweg: Gutedel-Weinreben bei Kandern-Wollbach

Unsere Unterkunft in Wollbach, das liebevoll eingerichtete Hotel-Restaurant Pfaffenkeller, erreichen wir tatsächlich noch trockenen Fußes. Für ein Gläschen Wein im Hinterhof lässt uns der Regen dann aber keine Zeit mehr. Das holen wir schließlich nach dem Duschen bei gehobener Küche zum Abendessen nach: Ein schöner Abschluss in einzigartiger Atmosphäre!

Von Kandern auf die Burg Rötteln und weiter bis Basel (Westweg Etappe 13)

Westweg: Pilze am Wegesrand
Westweg: Pilze am Wegesrand

Unsere Westweg-Tour neigt sich langsam den Ende zu. Zum Start der letzten Etappe erwartet uns am frühen Morgen leichter Nieselregen. Wir queren den Wollbach und gelangen auf dem Westweg schnell wieder in den Wald. Am Steinbüchsle steht noch einmal ein kleiner Anstieg an und dann geht es auf breiten Waldwegen in südlicher Richtung weiter.

Der Regen lässt nun ein wenig nach. Auf der Wittlinger Höhe queren wir am Ölbachgraben noch einmal eine Straße und passieren wenig später die Schanze Röttlerwald. Dann schleichen wird uns auch schon von hinten an Burg Rötteln heran, die auf einem Bergsporn oberhalb des Lörracher Ortsteils Haagen liegt.

Westweg: Wurzeln an einem Baum bei der Burg Rötteln
Westweg: Wurzeln an einem Baum bei der Burg Rötteln

Die im 11. Jahrhundert erbaute Höhenburg (417 m ü. NHN) wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und wenig später weitestgehend zerstört. Mit ihren zwei großen Wehrtürmen ist die drittgrößte Burgruine Badens aber immer noch eine der imposantesten Anlagen im äußersten Südwesten.

Nach Entrichtung des Wegezolls in der ehemaligen Landschreiberei (Museum, 2,50 € Eintritt) gelangen wir von den Wirtschaftsgebäuden der Vorburg zum ehemaligen Wohnsitz der Burgherren. Nach einem Rundgang durch die Oberburg erklimmen wir natürlich auch den „Grünen Turm“, um vom Bergfried aus den Rundblick auf Lörrach und die Rheinebene zu genießen.

Westweg: Blick vom Bergfried der Burg Rötteln auf Lörrach
Westweg: Blick vom Bergfried der Burg Rötteln auf Lörrach

In der bastionsartigen Spitze der Burganlage hat der Biergarten Fräulein Burg leider noch geschlossen, deshalb machen wir uns ohne weitere Rast wieder auf den Weg. Schnell erreichen wir das Portal „Dreiländereck“ Lörrach unterhalb der Ruinen und zücken noch einmal unsere Westweg-Stempelkarten.

Dann nähert sich der Westweg der Autobahn A98, die wir oberhalb der Röttler Kirche unterqueren. Das Wetter spielt wieder mit und so machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Lucke Pass, um die Kirche mit den bemalten Grabplatten des Markgrafen Rudolf III. und seiner Gemahlin Anna zu besichtigen.

Westweg-Portal „Dreiländereck“ Lörrach
Westweg-Portal „Dreiländereck“ Lörrach

Anschließend führt uns der Westweg durch Tumringen und in einem letzten Anstieg zur Daur-Hütte. Der Wind bläst kräftig über die Felder und es tröpfelt auch ein wenig. Trotzdem bleiben wir ein ums andere Mal stehen, um an den Bäumen rechts und links des Wegs Walnüsse vom Boden aufzusammeln.

Nüsse knabbernd erreichen wir den Tüllinger Berg (460 m ü. NHN) und wandern am Waldrand entlang zum Käferholz, das 1702 Schauplatz der Schlacht bei Friedlingen war. Rechts des Wegs erinnert ein Denkmal an den damaligen Befehlshaber der deutschen Reichstruppen, den sogenannten Türkenlouis.

Am Lindenplatz mit seinen Jahrhunderte alten Bäumen setzt oberhalb von Obertüllingen wieder der Regen ein. Der Blick auf die Basler Bucht fällt dementsprechend kurz und trüb aus. Recht schnell machen wir uns auf den Weg zur Ottilienkirche und an den Abstieg zum Grenzübergang am Schlipf.

Der „Grenzübergang für Fußwanderer“ liegt bereits mitten in den Riehener Weinbergen. Beim ersten Corona-Lockdown flatterten hier noch die Absperrbänder, doch nun merkt man kaum, dass man nicht nur die Schweizer Grenze sondern gleichzeitig eine EU-Außengrenze überschreitet.

Westweg: Die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz
Westweg: Die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz

Für uns dauert der Abstecher in die Schweiz nicht all zu lange. Wir laufen heute nämlich nicht über die Weilstraßerbrücke an der Wiese nach Basel, sondern zweigen nach Weil am Rhein ab. Dort wollen wir vor der Rückreise nämlich noch einmal eine Übernachtung im Hotel Central einlegen.

Die verbleibenden fünf Kilometer bis zum Badischen Bahnhof in Basel, dem offiziellen Ende des Westwegs, sind letztlich auch recht unspektakulär. Links der Wiese geht es schnurstracks bis Kleinbasel. Dann führt uns der Westweg durch den Tierpark Lange Erlen in den „Surinam“ (leider nur ein Straßenname) und schließlich am deutschen Honorarkonsulat vorbei zum Bahnhof.

Westweg-Ende: Infotafel am Bahnhof Bad Basel
Westweg-Ende: Infotafel am Bahnhof Bad Basel

Wer am Ziel des Wegs auf ein weiteres Westweg-Portal hofft, wird übrigens ein wenig enttäuscht die Heimreise antreten. Ein Portal gibt es hier nicht und für ein letztes Thruhiker-Erinnerungsfoto hängt die schlichte Westweg-Infotafel rechts vom Bahnhofseingang viel zu hoch. Macht nix: Wir werden den Westweg auch so in bester Erinnerung behalten. Hat Spaß gemacht!

Steckbrief: Westweg Schwarzwald

Westweg Schwarzwald Logo

Den Westweg ist ein Mythos. Die von der Goldstadt Pforzheim nach Basel verlaufende Nord-Süd-Route wurde bereits im Jahr 1900 als Fernwanderweg angelegt. Der bekannteste Längsweg des Schwarzwaldvereins ist damit – abgesehen von Pilger- und Rennwegen – der wohl älteste Weitwanderweg Deutschlands. Die rote Raute auf weißem Grund – das Wegzeichen des Klassikers durch Deutschlands höchstes Mittelgebirge – führt Wanderer über rund 285 Kilometer und 10.000 Höhenmeter .

Der meist in 11 bis 13 Etappen begangene Westweg durchquert die Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und Südschwarzwald, den Nationalpark Schwarzwald sowie das UNESCO Biosphärengebiet Schwarzwald. Am Titisee gabelt sich der Weg in eine West- und Ostvariante. Auf der klassischen Westroute geht es über den Feldberg (1493 m), den Belchen (1414 m) und den Blauen (1165 m) nach Basel. Die östliche Variante des Qualitätswanderwegs führt Wanderer hingegen über das Herzogenhorn (1415 m) und den Hotzenwald an den Hochrhein. Beide Westweg-Varianten lassen sich zu einer Gesamtstrecke von rund 380 Kilometern kombinieren (Pforzheim – Basel – Titisee).

Buchtipp

Rother Wanderführer Schwarzwald Fernwanderwege
© Bergverlag Rother

Schwarzwald Fernwanderwege
von Martin Kuhnle
ISBN 978-3-7633-4398-0

Dieser 2020 in der vierten Auflage erschienene Wanderführer deckt auf 192 Seiten alle drei Schwarzwald-Höhenwege von Pforzheim bis an die Schweizer Grenze ab. Martin Kuhnle beschreibt nämlich nicht nur die West- und Ostroute des Westwegs in je 13 Etappen. Er widmet sich auch den östlicheren Alternativen für eine Schwarzwald-Durchquerung: Der Mittelweg führt in neun Etappen nach Waldshut und auf dem Ostweg sind es 12 Etappen bis Schaffhausen.

Nach einigen touristischen Hinweise beschreibt Martin Kuhnle mehr als 900 Wanderkilometer. Seine Etappendetails enthalten - Rother-typisch aufbereitet - Beschreibungen des Wegverlaufs, topografische Karten im Maßstab 1:100.000 nebst Höhenprofil sowie Hinweise zur Einkehr und Übernachtung. Selbstverständlich kann sich der Autor dabei nicht ganz so ausführlich dem Westweg widmen, wie es der Hikeline-Wanderführer tut. Bus- und Bahnanbindungen sind hier trotzdem deutlich ausführlicher beschrieben.

Beide Wanderführer haben ihre Stärken und Schwächen. Das Hikeline-Buch ist optisch opulenter und enthält auch besseres Kartenmaterial. Seine Etappenbeschreibungen wirken aber oft wie Ansagen eines Navigationsgeräts. Der Rother-Wanderführer deckt hingegen ein deutlich größeres Wandergebiet ab, bietet dafür aber nur wenige Infos zu Orten und Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. Ans Ziel kommen Wanderer - dank der guten Wegmarkierung des Schwarzwaldvereins und der über die Verlags-Websites erhältlichen GPX-Tracks - aber sicher mit beiden Büchern.

Linktipp

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